Ein Leben hinter der Kamera

Gemeinsam mit seinem Studienfreund Thomas Gottschalk war Filmregisseur Marius Langer aus Schondorf 1974 Stipendiat des Münchner Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp), dass 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet wurde. Langer ist den religiösen Themen bis heute treu geblieben. Am Donnerstag, 19. November, 19.30 Uhr, zeigt er im Pfarrsaal Heilig Kreuz seinen Film „Die Wahrheit der Edith Stein“ (siehe Bericht unten links), der für die ARD-Serie „Nächte der Entscheidung“ produziert wurde.

„Viele Leute finden es interessant, dass zu meinen Studienfreunden auch Thomas Gottschalk zählte“, schmunzelt Langer. „Thomas hat sich für ein Berufsleben vor der Kamera entschieden und das mit großem Erfolg. Ich habe ein Leben hinter der Kamera vorgezogen und mich einem Themenbereich gewidmet, mit dem man nicht unbedingt die große Öffentlichkeit anspricht.“ Bereut hat er diese Entscheidung nie. Marius Langer, der aus einer christlich geprägten Familie kommt, empfindet seine filmische Auseinandersetzung mit religiösen Themen als Einheit seines spirituellen Lebens und seiner beruflichen Tätigkeit. „Kirche und Welt“ heißt die Redaktion des Bayerischen Fernsehens, für die er schon seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet. „Ein größeres thematisches Spektrum als das was sich hinter diesem Begriffspaar verbirgt, kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen“, so der Regisseur, der mittlerweile auf ein Gesamtwerk von nahezu 80 Filmen zurückblicken kann. „Ich bin ein sehr gewissenhafter Arbeiter“, sagt Langer. „Mehr als zwei bis drei 45-minütige Filme pro Jahr schaffe ich deshalb selten.“ Zu den Themenschwerpunkten des 58-jährigen Filmemachers gehört die geistliche Musik, die sakrale Architektur, religiöse Kunst und Kunstgeschichte, kurz die „Kirche als Mutter der Künste“. Domspatzen begleitet Zu seinen schönsten, aber anstrengendsten Filmen zählt er einen Streifen von 2005: Darin begleitet er die Regensburger Domspatzen auf einer Konzertreise durch die Kathedralen und Dome entlang der Donau bis nach Budapest. Sein „wichtigster Film“ wurde 1995 in Uganda gedreht. „Bei den Dreharbeiten lernte ich meine Frau kennen“, betont Langer. Beide sind heute ehrenamtlich in der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz aktiv. Langers Frau ist Messnerin von St. Anna und Marius Langer selbst gehört der Kirchenverwaltung an. Besagter Film heißt „Aufbruch in Uganda – Hoffnung für ein geplagtes Volk“ und berichtete vom Demokratisierungsprozess des Landes, in dem auch die katholische Kirche eine wesentliche Rolle spielte. Ein besondere Passion des Autors und Regisseurs sind Hagiographien, Lebensgeschichten von Heiligen wie Edith Stein. Es fasziniere ihn, sagt er, „wenn Menschen trotz radikaler Konsequenzen nach Gott suchen.“ Zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gehört für Langer nach wie vor neben der Unterhaltung auch Information und vor allem Bildung. „Ich fühle mich dieser Trias sehr verbunden. Man sollte sich hier nicht zu sehr zum Mainstream hinunterbeugen, nach Quoten schielen und dabei den Fernsehzuschauern zynisch mangelndes Interesse an schwierigen Themen unterstellen.“ Weihnachts-Film Ein aktueller Film Langers löst am 23. Dezember um 19 Uhr im Bayerischen Fernsehen seine Erfolgsweihnachtsgeschichte mit dem Titel „Ob des glaubst oder net“ ab, die dort von 1998 bis 2008 immer am Heiligen Abend lief. „Ich würde mich schon freuen, wenn ‘Das Krippenspiel von der Heiligen Nacht – geschnitzt und gedichtet von Georg Willibald’ den Zuschauern ebenso gut gefallen würde“, hofft der Regisseur.

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