Spielball der Geologie

Lechhang am Failsworth-Weg rutscht weiter ab

+
Ob der Failsworth-Weg zwischen Mutterturm und Lechsteg nach dem mehrfachen Hangrutsch überhaupt noch zu retten ist, müssen die Gutachten ergeben.

Landsberg – Die „Landsberg Road“ in Landsbergs Partnerstadt Failsworth ist nicht gerade ein Schmuckstück. Gegenüber dem  „Failsworth-Weg“ am Lech hat das etwas triste Pendant aber einen großen Vorteil: Es ist nicht gesperrt, rutscht nicht ab und die Zukunft der Straße ist nicht generell in Frage gestellt.

Genau das passiert jetzt aber in Landsberg. „Man muss schauen, ob wir den Weg überhaupt retten können“, sagte Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) vergangene Woche den 200 Teilnehmern der Bürgerversammlung im Stadttheater. Auf Höhe des Lechstegs war im Januar die erst vor wenigen Jahren aufwendig errichtete Treppeanlage zur Von- Kühlmann-Straße gesperrt worden, sie ist inzwischen zum größten Teil rückgebaut. Bäume wurden gefällt und die Baulücke mit Erdreich aufgefüllt. Das geriet allerdings auch wieder ins Rutschen, von Weg und Geländer sind an dieser Stelle inzwischen nicht mehr viel vorhanden.

Nun droht weiteres Ungemach: Auch etwas weiter südlich hat sich der Hang in Bewe­gung gesetzt. Abdeckplanen und Stangen, die zur Stabilisierung in den Boden getrieben wurden, können das offensichtlich nicht aufhalten, der Fußweg in der Von-Kühlmann- Straße ist bereits aufgebrochen und senkt sich Richtung Lech. Neuner: „Viele werden's ja gesehen haben – das bewegt sich weiter.“ Sollte hier ein weiterer Hangrutsch auftreten, wäre auch die zweite Treppe akut von der Sperrung bedroht – damit wäre der vor allem von Touristen, Joggern und Spaziergän­- gern stark frequentierte und beliebte Weg am Lech praktisch gar nicht mehr zu nutzen.

"Wir beobachten das"

Geld für die Sanierung wurde im Haushalt 2013 bekanntlich nicht eingeplant. Allerdings ist bisher noch gar nicht klar, ob und wie man den Problemen Herr werden kann. „Wir beobachten das“, betont Mathias Neuner, „eine Lösung haben wir noch nicht.“ Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein Gutachter den Hang immer wieder in Augenschein genommen hatte, wurde nun ein weiterer Spezialist hinzugezogen. „Danach muss man sehen, was wir tun können oder ob die Geologie hier ihr eigenes Spiel spielt.“

Für die Zukunft des Weges verheißt das nichts Gutes, wie Neuner offen einräumte. „Der Weg wird voraussichtlich das ganze Jahr gesperrt bleiben und dann man muss weiter sehen. Technisch ist alles lösbar, aber für uns ist finanziell vieles nicht lösbar.“ Im Laufe des Jahres will Stadtbaumeisterin Annegret Michler dem Stadtrat nach Abschluss der Gutachten verschiedene Lösungsvorschläge vorlegen.

Mensch, Wind, Biber

Ob die Rutschungen etwa mit dem Fällen von zahlreichen großen Bäumen in den vergangenen Jahren zu tun haben, ist weiterhin offiziell nicht geklärt. Für Irritationen sorgte bei mehreren Landsberger Bürgern allerdings in den letzten Wochen, dass Bäume, die aus dem Hang geschnitten wurden, im Lech trieben, jetzt an der Sandauer Brücke festhingen und nach und nach immer mehr Müll aufsammelten. Damit befanden sich die Stämme aber in guter Gesellschaft mit jenen Bäumen, die die Biber und der Wind wenige Meter lechaufwärts gefällt haben und die ebenfalls seit Wochen vom Ufer in den Fluss hineinragen.

Während manche Ecken entlang des Lechs inzwischen einen regelrecht trostlosen Ein­- druck machen und der Hang an weiteren Stellen ins Rutschen kommt, gibt es zumindest am weiterführenden Weg vom Lechsteg bis zur Sandauer Brücke derzeit keine sichtbaren Schäden, die eine Schließung notwendig machen würde. Das ist dann allerdings auch schon der „Hudsonweg“. Übrigens: In der 26000-Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat Ohio gibt es keine „Landsberg Road“, um die man sich Sorgen machen könnte.

Christoph Kruse

Meistgelesene Artikel

Voreiliger Kahlschlag?

Landsberg – In Kaufering und Igling ist man verstimmt. Der Grund: Die beiden Kommunen sind im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von der Stadt …
Voreiliger Kahlschlag?

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Blick über den Tellerrand

Dießen – „Wenn ich an seinem Ufer steh weiß ich, ich liebe ihn, den Ammersee“ – mit einer Hymne auf Dießen und den Ammersee, gesungen und gespielt …
Ein Blick über den Tellerrand

Kommentare