Letzte Pool-Party

In ihrer bisherigen Form wird die Pool-Party der Feuerwehr Pestenacker nicht mehr stattfinden – das Veranstaltungsgelände ist eine prähistorische Siedlung und gehört seit dem vergangenen Jahr zum Unesco-Weltkulturerbe. Foto: Welzmüller

Die Pool-Party der Freiwilligen Feuerwehr Pestenacker ist seit Jahren ein beliebter Termin zum Abfeiern. Rund 1800 Besucher zieht das Event in der Regel an den beiden Veranstaltungstagen an. Heuer soll es am letzten Juli-Wochenende wieder soweit sein – allerdings möglicherweise zum letzten Mal. Das Veranstaltungsgelände zwischen Pestenacker und Unfriedshausen gehört nämlich zu dem Bereich, der seit letztem Jahr zum Weltkulturerbe zählt.

Obwohl Pestenacker ein Ortsteil der Gemeinde Weil ist, liegt die Enscheidung über die Pool-Party bei der Verwaltung in Geltendorf, denn das Veranstaltungsgelände befindet sich auf Geltendorfer Flur. Nachdem die Prähistorische Siedlung Pestenacker und die steinzeitliche Fundstätte Unfriedshausen nun den Status des Weltkulturerbes haben, lehnte man im Geltendorfer Rathaus die Genehmigung in diesem Jahr erstmals ab. Daraufhin kam das Thema im Gemeinderat zur Sprache, der gegen den Wunsch von Bürgermeister Willy Lehmann (CSU) für dieses Jahr doch noch einmal das Okay für die Veranstaltung gab. Lehmann sorgt sich, dass möglicherweise noch im Boden befindliche Schätze zerstört werden könnten, „wenn tausende von Füßen darauf hin- und hertrampeln“. Der Standort sei einfach nicht mehr geeignet, denn es sei nicht auszuschließen, dass in der Umgebung der ehemaligen Grabungsstätte noch weitere prähistorische Funde lägen. „Das Weltkulturerbe zählt mehr als eine Gaudi, die ein Verein veranstaltet. Da hängt die Messlatte einfach höher“, so der Geltendorfer Rathauschef, der auch auf die üblichen Risiken bei Großveranstaltungen mit reichlich Alkoholkonsum und verlängerten Sperrstunden hinweist. „Unser Fest war immer friedlich“, kontert Daniel Probst, erster Vorsitzender des Feuerwehrvereins Pestenacker. Zum neunten Mal organisieren er und seine Mitstreiter in diesem Jahr die Pool-Party, deren Erlös dem Verein und der Feuerwehr zugute kommt. Da das Veranstaltungsgelände direkt über der ehemaligen Grabungsstätte liegt, glaubt Probst nicht daran, dass noch unentdeckte Schätze im Boden liegen. „An der Stelle wird bestimmt nichts mehr gefunden.“ Doch auch aus dem Landratsamt kommt Gegenwind. Dort stört man sich an den Hütten, in denen der Getränkeausschank stattfindet und die das ganze Jahr über auf dem Gelände stehen. „Die müssen wir sehr wahrscheinlich heuer noch abbauen“, fürchtet Feuerwehr-Vereinsvorsitzender Daniel Probst. Allerdings erst nach dem Fest.

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