Mit dem Lieblingslied zum Abi

Sehr persönlich und musikalisch ist die Ausgabe der Abiturzeugnisse am Ignaz-Kögler-Gymnasium am Freitagmittag über die Aulabühne gegangen. Das Zeugnis über die Allgemeine Hochschulreife wurde 70 Mal überreicht und fast 70 Mal lief dabei ein vom jeweiligen Absolventen ausgesuchtes Lied. Ein Foto vom Schulbeginn auf der Leinwand zeigte, wie sie einmal begonnen hatten. Was nach 13 Jahren Schule kommt, ist vielleicht noch nicht jedem klar. Sich Fragen stellen, kann da ein Anfang sein. Die Abiturienten-Musikformation aus Benedikt Urbanek, Georg Guba und Tobias Drexl machte es schon einmal vor: Mit „Should I stay or should I go“ läuteten sie die Feier ein.

„Wir haben es heute alle geschafft“, erklärte Kollegstufensprecherin der K13 Cristina Zumkeller und richtete sich damit in ihrer Rede nicht nur an ihre Mitschüler. Geschafft hätten es auch Lehrer, Schulleitung und die Eltern. Denn sie hätten oft (an-)geschoben, geholfen, damit das Projekt „Wir schaffen das Abitur“ gelänge. Einen humorvollen Eindruck davon, wie es zugegangen sein könnte in den vielen Schulstunden vor dem Abschluss, bekamen die Anwesenden durch ein Hörspiel, bei dem Lehrerstimmen aufgezeichnet wurden. Da wurde zum Beispiel thematisiert, wie man es schafft, noch kurz vor Stundenende fünf Seiten Stoff durchzunehmen. Die zentrale Frage, die die Lehrer auf Band diskutierten, aber war: Wie gelingt es, endlich das Konkurrenz-Gymnasium in punkto Abiturschnitt zu überholen? Die O-Töne zu hören, brachte auch die Lehrer zum Lachen. Mit Präsenten und persönlichen Worten dankten die Schüler nach dieser Einlage ihren 13 Leistungskursleitern für deren Unterstützung. Vergessen wurden auch nicht die drei Mitarbeiterinnen des Sekretariats, die die Schüler stets mit Wärmflaschen versorgt hätten. Zum Dank bekamen die Fürsorglichen eine von der K 13 verzierte rote Wärmflasche überreicht. Wichtige Hilfe während der zwei Jahre Vorbereitung auf die Allgemeine Hochschulreife gab es für die 71 Abiturienten – bei einem Schüler steht noch eine Prüfung aus – durch den Lehrer Axel Flörke, der die Kollegstufenbetreuung übernommen hatte. Herzlich wurde ihm gedankt, der den Absolventen Ratschläge und Mut mit auf den Weg gab. Alles hätte zwei Seiten, erklärte Flörke. „Vielleicht wird mancher von euch zunächst das ,falsche‘ Studium beginnen.“ Im Nachhinein würden sich solche vermeintlichen Fehler aber als nützlich erweisen. Flörke ermutigte in diesen Momenten, immer wieder den Neubeginn zu wagen. „Ich wünsche euch, dass ihr aus jeder Tiefe einen neuen Anfang macht.“ Respekt zollte Sprecherin Zumkeller auch der Schulleiterin Ursula Triller. Besonders deren Kompromissfähigkeit sei schätzenswert, sagte die Schülerin, die selbst zu den Allerbesten gehört. Diese Anerkennung Trillers wurde von Applaus begleitet. Die Schulleiterin stellte in ihrer Ansprache, den goethischen Bildungsgedanken voran. „Man darf nicht aufhören sich zu bilden und zu lernen“, riet sie den Abiturienten. So sei das Abitur nur eine Etappe. Triller appellierte aber auch an Moral und Ethik, denn „wer in den Dialog mit anderen treten wolle, müsse auch einen eigenen Standpunkt und eigene Maßstäbe haben“. „Stecken sie sich Ziele und diese hoch!“, forderte die Schulleiterin auf. Das Produkt ihrer schulischen Bemühungen, das Abiturzeugnis, nahmen die 70 dann von Triller und Flörke in Empfang – begleitet von Musik und einem Foto von früher und von heute. So passend wie der Beginn fiel auch der Schluss der IKG-Zeugnisausgabe aus. Urbanek, Guba und Drexl spielten „The End“ von „The Doors“. Etwas Wehmut kam da schon auf. Doch wo kein Ende ist, da kann auch kein Anfang gemacht werden. Mit einem guten Abschluss in der Tasche – 15 Schüler schlossen mit einer Eins vor dem Komma ab – wird das aber wohl ein leichtes sein.

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