"Luftig, modern und professionell"

Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner hat sich durchgesetzt – er bekommt sein neues „Amts- und Mitteilungsblatt“. Jährlich soll es 100000 Euro kosten, doch Stadt-Pressesprecherin Eva Schatz rechnete vor, dass man an durch die Postille an anderer Stelle „mindestens 90500 Euro einsparen kann“. Der Stadtrat stimmte mit 16:12 Stimmen dafür, das Blatt für zunächst ein Jahr einzuführen.

Hinter den Kulissen hatte der OB hart um „sein“ Amtsblatt gekämpft und unter anderem zwei Tage vor der Stadtratssitzung vor allem noch einmal die SPD-Fraktion „beackert“. Tatsächlich wichen daraufhin genügend sozialdemokratische Räte von der ablehnenden Linie ab, was andere Kollegen ihrer Fraktion sichtlich nicht erfreute. Auch die Grünen, die komplett dagegen stimmten, hatten offenbar mit einem „Nein“ der Mehrheit gerechnet. Aus der Öffentlichkeit wurde das Thema dagegen eher herausgehalten. Die knappen Unterlagen, anhand derer Eva Schatz das Konzept präsentierte, waren vor der Sitzung lediglich den Fraktionsvorsitzenden zugegangen; die Presse erhielt die Präsentation erst auf Nachfrage. Große Geheimnisse finden sich darin allerdings nicht. Das neue Mitteilungsblatt soll „luftig, modern und professionell“ gestaltet werden und durch „gute Schreibe“ und „Überraschungseffekte“ glänzen, Schatz stellt sich eine „Mischung aus Amtsblatt und Magazin“ vor. Die Übersicht der geplanten Inhalte und Rubriken weist aber eher auffällige Ähnlichkeiten mit dem gängigen Programm der bestehenden Medienlandschaft auf: Ein Veranstaltungskalender soll ebenso enthalten sein wie Berichte aus Kultur und Vereinsleben, Porträts, Kommentare und Kurzmeldungen. Das wiederum sorgte bei einigen Räten für deutliche Verstimmung (siehe eigener Text auf dieser Seite). Erscheinungsweise und Termine stehen bereits fest: Das Blatt soll 14-tägig herauskommen und kostenlos an alle Haushalte verteilt werden; außerdem soll es in der Verwaltung augelegt und im Internet angeboten werden. Der Umfang soll zwischen acht und 16 DinA4-Seiten umfassen, die redaktionelle Betreuung wird der „Redakteur“ übernehmen, dessen Stelle im September ausgeschrieben war. Als jährliche Folgekosten nannte Schatz rund 100000 Euro jährlich, die sich vor allem aus den Druckkosten (24 mal 3000 Euro) und der Verteilung (24 mal 500 Euro) ergeben. Personalkosten waren in dieser Rechnung nicht enthalten. Laut Schatz lässt sich aber fast die selbe Summe einsparen. Dadurch, dass die amtlichen Mitteilungen dann nicht mehr in der Tagespresse abgedruckt werden, fielen 15000 Euro weg, weitere große Brocken sind die Veröffentlichungen von FUN (20000) und dem Bauamt (zuletzt 50000 Euro jährlich). Die Lücke von rund 10000 Euro, die noch bleibe, könne eventuell mit Werbung geschlossen werden. Neuner stellte vor der Abstimmung noch einmal klar, dass es „eher ein Aushängeschild und Marketinginstrument“ für die Stadt sein solle und nicht in Konkurrenz mit den existierenden Medien gehen werde. Bei der Werbung werde man auf wenige großflächige Anzeigen setzen („wir wollen keine Anzeigenwüste“), zudem werde das Blatt strikt unpolitisch gehalten. Auf Antrag von Reinhard Skobrinsky wurde namentlich abgestimmt. Für das Blatt stimmten OB Neuner, geschlossen die CSU-Fraktion und die SPD-Räte Däubler, Rist, Kahmke, Ritter sowie Martin Zeiser. Völkel und Kaiser von der SPD lehnten ebenso ab wie die Mitglieder aller anderen Fraktionen.

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