Kommandoübergabe

Mit rheinischer Fröhlichkeit

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Feierlicher Akt beim LTG61: Brigademajor Helmut Schütz (Mitte) übergab das Kommando vor der Ehrenformation an Oberstleutnant Daniel Draken (rechts), dessen Vorgänger, Oberst Markus Bestgen (links) zur Offiziersschule nach Fürstenfeldbruck wechselte

Penzing – Fast hätte es Oberst Markus Bestgen vergessen: Der bisherige Kommodore des Lufttransportgeschwaders LTG 61 überreichte seinem Nachfolger bei der Übergabefeier am Dienstag neben Uniformanhänger und grünem Füller auch noch einen Schlüssel. „Sonst kommen sie ja nicht in ihr neues Büro.“ Das muss der neue Kommodore, Oberstleutnant Daniel Draken, haben, denn seine Tätigkeit besteht nicht nur aus Fliegen, sondern in erster Linie aus viel „Bürokram“, welchen die Verwaltung eines kompletten Geschwaders mit 16 Transportflugzeugen mit sich bringt.

Die Kommandoübergabe mit militärischem Zeremoniell fand in der Halle 8 des Fliegerhorsts in Penzing statt. Aus Köln angereist war Generalmajor Helmut Schütz, Kommandeur der fliegenden Verbände und somit Vorgesetzter des neuen Kommodore, der vielleicht auch der letzte sein wird. Das Geschwader soll bekanntlich ab 2018 aufgelöst und der Standort Penzing geschlossen werden.

Das LTG61 ist unter neuer Führung

Allerdings hat die Luftwaffe bekanntermaßen Probleme mit dem Transall-Nachfolgemuster A400M. Airbus kann derzeit nicht liefern und der Absturz eines A400M nahe Madrid verschärft die Lage noch. Bisher hat die Luftwaffe erst einen dieser Transporter erhalten und den auch noch mit mehrjähriger Verspätung. Es hält sich nach wie vor hartnäckig das Gerücht, dass die Transallmaschinen noch über das Jahr 2018 in Betrieb gehalten werden müssen.

Von Generalmajor Schütz waren dazu keine Neuigkeiten zu erfahren. Er sagte an den neuen Kommodore gerichtet, „ein Verband, dessen Auflösung auf dem Weg in die Zielstruktur bereits beschlossen ist und um deren terminliche Umsetzung es immer noch Gerüchte gibt, lässt sich weder einfach führen noch kann zum jetzigen Zeitpunkt bereits jedem einzelnen Angehörigen des LTG 61 eine klare künftige Verwendung aufgezeigt werden, dies wird sich aber über die Zeit lösen“.

Der Kommandowechsel war für Penzing ein gesellschaftliches Ereignis. Die Soldaten des LTG61 waren angetreten, mit klingendem Spiel marschierte das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen in die Halle. Vorgänger und Nachfolger schritten zusammen mit dem Generalmajor die Ehrenfront ab. Es erfolgten die Entbindung des Kommandos für Bestgen und die Übergabe an Draken.

Nach der offiziellen Übergabe des Kommandos im Flugzeughangar waren die Gäste ins Kasino eingeladen. Dort gab es dann viele Dank für den scheidenden Kommodore und auch viele Vorschusslorbeeren für seinen Nachfolger. Landrat Thomas Eichinger lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Geschwader und Penzings 2. Bürgermeister Manfred Schmid die Verdienste von Oberst Bestgen, der sich auch aktiv beim Projekt Dorferneuerung eingebracht habe. Bestgen ist bereits an die Offiziersschule nach Fürstenfeldbruck gewechselt.

Der neue Kommodore ist wie im KREISBOTEN bereits berichtet, nicht nur „reinrassiger“ Transallpilot mit 2800 Flugstunden als verantwortlicher Kommandant, sondern auch Gene- ralstabsoffizier. Mit Draken hat das LTG61 wieder einen Rheinländer an der Spitze. Das veranlasste Brigadegeneral Helmut Dotzer vom Landeskommando Bayern zu der launigen und mit viel Beifall quittierten Bemerkung: „Bringen Sie ihre rheinische Fröhlichkeit mit. Alles andere bekommen Sie dann von uns“.

Siegfried Spörer

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