Neben der Birkenallee radeln?

Radler spüren frischen Wind

+
Nach Pähl und Raisting stimmte nun auch der Dießener Gemeinderat einer Machbarkeitsstudie zugunsten der Radwegeverbindungen Dießen-Raisting entlang des Bahngleises und Dießen-Fischen an der Birkenallee (Foto) zu.

Dießen – Der Marktgemeinderat hat sich in jüngster Sitzung – ebenso wie zuvor die Gemeinden Pähl und Raisting – einstimmig für eine Machbarkeitsstudie zur Radwegverbindungen Dießen-Raisting und Dießen-Fischen ausgesprochen. Die Kosten von 10750 Euro übernehmen die beteiligten Gemeinden zu je einem Drittel. In diesem Zusammenhang sollen die Fakten aus dem Planfeststellungsverfahren 2008 nochmals auf den Tisch. Die Untersuchung soll bis Januar abgeschlossen sein.

„Da geht nix!“ Diese These sei in den letzten Jahren auch von Bürgermeister Herbert Kirsch vertreten worden, erinnerte sich Erich Schöpflin (SPD) und wollte wissen, ob es mittlerweile wieder berechtigten Anlass zur Hoffnung auf sinnvolle Radwegverbindungen im Naturschutzgebiet südlich des Ammersees gäbe. „Es gibt neue naturschutzfachliche Erkenntnisse“, erklärte Kirsch. Ihm sei es besonders wichtig, die Verbindung Dießen-Raisting nicht aus den Augen zu verlieren. Geprüft werden solle auch, ob die Radwege mit geringem Aufwand machbar seien. „Das sollte uns das Geld wert sein.“

Ein Treffen mit den Bürgermeisterkollegen Werner Grünbauer (Pähl) und Martin Höck (Raisting) habe bereits stattgefunden und sei von einer Europaabgeordneten beratend be- gleitet worden. Nun gelte es nochmals alle Gruppierungen (Schutzgemeinschaft Ammersee-Süd, Bund Naturschutz, Fachbehörden, Träger öffentlicher Belange) an einen Tisch zu holen. „Es gibt neue Ansätze“, betonte auch Kirschs Vize Peter Fastl. „Wir bekommen mit der Machbarkeitsstudie eine Arbeitsgrundlage die wichtig ist und es sieht besser aus als vor zehn Jahren. Damals befand sich das FFH-Naturschutzgebiet noch in der Ausweisung.“

Genervt

Gemeinderat Michael Hofmann (Bayernpartei) erinnerte an die insgesamt sieben Radwegvarianten, die in den zurückliegenden sieben Jahren zwischen Dießen und Raisting geprüft worden waren, was erhebliche Kosten verursacht habe. „Mich nervt dieses Thema“, polterte Marianne Scharr (DB). „Seit Jahren müssen die Radler auf der Kreisstraße nach Raisting fahren. Wo ein Wille ist, sollte doch auch ein Weg sein.“

Das hat nichts mit Willen, sondern mit Eigentumsverhältnissen zu tun, konterte Kirsch. Die Radweg-Alterntiven nach Raisting seien zu Ende geprüft. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie gehe es nun ausschließlich um die beste Lösung, „den Radweg westlich der Kreisstraße zwischen Fahrbahn und Gleisen.“ Bauherren wären bei dieser Variante die Landkreise Landsberg und Weilheim.

Neue Fakten

Das Planfeststellungsverfahren für den Radweg von Dießen nach Fischen entlang der Birkenallee sei nach dem ersten Anlauf wegen „unüberbrückbaren naturschutzrechtlichen Belangen“ eingestellt worden. Hier ist das Staatliche Bauamt in Weilheim zuständig. Nun gäbe es neue naturschutzrechtliche Daten und Fakten, die der Bürger erfahren solle, so Kirsch. Welcher Art diese Fakten sein könnten, wurde in der Sitzung allerdings nicht angesprochen. Sicher sei: „Wir brauchen einen langen Atem."

Ursula Nagl

Meistgelesene Artikel

Aufprall auf Lkw

Buchloe/Landsberg – Ein Unfall auf der A96 bei Wiedergeltingen im Landkreis Unterallgäu hat am vergangenen Dienstag für einen 53-jährigen Autofahrer …
Aufprall auf Lkw

Der Entwurf steht

Landsberg – Die Hochwasserschutzmauern oberhalb der Karolinenbrücke sind 1913 erbaut worden – nach über hundert Jahren sind sie marode und müssen …
Der Entwurf steht

Vollgas auf eisiger Piste

Reichling – Frostiges Motorsportspektakel unter Flutlicht: Am Freitag, 20. Januar, richtet der MSC Reichling wieder die Zugspitzmeisterschaft im …
Vollgas auf eisiger Piste

Kommentare