Mangelnde Loyalität

Das Votum gegen eine Freiflächenfotovoltaikanlage auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots bei Engratshofen ist längst gefallen, doch die Art und Weise, wie mit der Entscheidung in der Öffentlichkeit umgegangen wird, sorgte jetzt im Gemeinderat Fuchstal für erhitzte Gemüter. Einige Gremiumsmitglieder werfen Bürgermeister Erwin Karg vor, nicht hinter dem mehrheitlich getroffenen Beschluss zu stehen.

Erst kürzlich hatten neun Gemeinderäte dagegen gestimmt, nur sechs waren für die Pläne, auf dem 19,4 Hektar großen Geländes einen Solarpark zu errichten. Antragsteller war die Gesellschaft „Energiespeicher Fuchstal“, die seit einiger Zeit im Besitz des ehemaligen Bundeswehrareals ist und hinter der sich die vier Gesellschafter Wolfgang und Alfred Michalke, Wolfgang Weisensee und Helmut Schießl verbergen. Dass Bürgermeister Erwin Karg nun in der Presse öffentlich sein Bedauern über das Ergebnis der Abstimmung zum Ausdruck gebracht hatte, sorgte für Unmut bei einigen Gremiumsmitgliedern. Im öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte sich vor allem Rupert Turrina enttäuscht vom Verhalten des Rathauschefs: „Das verschärft die Fronten. Mir stinkt manchmal auch einiges, trotzdem trage ich nach außen hin immer die Entscheidung des Gemeinderats mit.“ Mit seinen Aussagen wecke Karg nur die Erwartungen der Betreiber. „Ich habe nur meine Meinung gesagt. Es ist kein Geheimnis, dass ich vom Ergebnis der Entscheidung enttäuscht bin“, rechtfertigte sich dagegen Karg. Diesen Einwand ließ der 2. Bürgermeister Norbert Kees nicht gelten: „Uns wird immer gepredigt, nach außen die mehrheitliche Meinung des Gemeinderates gemeinsam zu tragen.“ Er dürfe sich dann nicht wundern, wenn die Loyalität ihm gegenüber schwinde. „Für mich ist das Thema erledigt“, beendete Karg die Diskussion. Gegenüber dem KREISBOTEN erklärte er, er freue sich darüber, dass die Gemeinderatsmitglieder scheinbar wieder mehr Zeitung lesen würden. „Und das Wort ‚Loyalität’ werde ich in den Sitzungen künftig auch häufiger verwenden.“

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare