Im Marienmünster bohrt der Wurm

Aufgrund massiven Holzwurmbefalls muss das Marienmünster heuer saniert werden. Deshalb wird die Hauptsehens­wür­digkeit im Sommer für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein. Grund: Die Bekämpfung des Schädlings mit Stickstoff benötigt höhere Temperaturen. Auch der Holzwurm wird erst bei Temperaturen um die 18 bis 21 Grad so richtig aktiv. Da die Kirche nicht beheizt werden kann, fällt die Bekämpfung nun in die Sommermonate

. Betroffen sind laut Aussage von Alfons Lenz, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Weilheim, alle Teile aus Holz. Das sind unter anderem sämtliche Figuren, Teile der Altäre, Beichtstühle sowie Mobiliar. Besonderes Interesse zeige der Holzwurm an den aus weichem Lindenholz geschnitzten Figuren. Beim Gestühl oder den Konstruktionshölzern, die aus Nadelholz oder Eiche bestehen, falle der Befall nicht ganz so gravierend aus. Hintergrund: Nadelholz hat einen großen Harzanteil, der schützt, und die Eiche ist von der Struktur viel zu hart für den Holzwurm. Um den Plagegeistern auf den Leim zu gehen, soll nun die komplette Inneneinrichtung so weit es geht abmontiert werden. Die Teile werden dann in eigens dafür in der Kirche aufge­stellte gasdichte Zelte verbracht und behandelt. Will heißen: bis zu zwölf Wochen lang wird die im Zelt vorhandenen Luft mittels einer Apparatur der Sauerstoff entzogen und damit der Stickstoffanteil der Luft erhöht. Dies mit dem Ergebnis, dass die Holzwürmer samt Brut sprichwörtlich ersticken. Mit Probeholz Die Dauer dieser Maßnahme richtet sich laut Lenz danach, wie schnell die Plagegeister sterben. Kontrolliert wird dies anhand von Probehölzern, wo der genaue Befall dokumentiert ist. „Erst wenn die Bewohner aller Probehölzer tot sind, war die Aktion erfolgreich“, so Lenz. Andere Teile, die nicht abmontiert werden können, etwa das Kirchengestühl, sollen mit einem flüssigen Holzschutzmittel (Borsalz) behandelt werden. Lenz legt aber Wert darauf, dass es sich auch hier nicht um Gift bzw. Giftgas handelt. Mit der Maßnahme beginnen möchte man nach den Osterfeierlichkeiten. Zuerst soll der Boden der Sakristei erneuert werden. Hier ist das Holz durch Nässe bereits faulig und ebenfalls von Holzwürmern befallen. Bedingt durch die nötigen Temperaturen wird die Stickstoffbehandlung Ende Mai, Anfang Juni beginnen. Je nachdem, wie lange es dauert, sollen die Arbeiten hierzu Anfang September abgeschlossen sein. Dann müsse man die Figuren und anderen Teile wieder an ihrem alten Platz montieren, sodass man die Kirche Ende Oktober wohl wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Die Kosten für die Gesamt­maß­nahme beziffert Lenz auf rund 340000 Euro. Die Finanzierungszusage von der Bischöflichen Finanzkammer liege bereits vor. Sie trägt den Löwen­- anteil von 280000 Euro, der Rest wird durch staatliche Mittel finanziert.

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