Entscheidung gefallen

Es kann sogar noch teurer werden

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Die Entscheidung für die Mensa ist gefallen. Nun kommt noch viel Arbeit auf Grundschulleiterin Henriette Beltz (Mitte), Mittelschulleiterin Renate Kindermann (links) und die Leiterin der Mittagsbetreuung, Christine Wenker (rechts) zu. Unser Foto zeigt den Bauteil, der noch in den Sommerferien entkernt werden soll.

Kaufering – Was lange dauert, wird endlich gut. Die Schulleiterin der Kauferinger Grundschule, Henriette Beltz, darf nun hoffen, zu Beginn des übernächsten Schuljahres ihren Schülern das Mittagessen in der neuen Mensa servieren zu lassen. Die Hoffnung basiert auf einer Entscheidung des Marktgemeinderates, der in seiner jüngsten Sitzung mit 16:4 Stimmen für den Bau der Mensa plädierte.

Ganz ohne Diskussion ging es nicht ab. Hochbauamtsleiter Hermann Bader hatte den Ratsmitgliedern einen Wermutstropfen mitgebracht. Gegenüber den ursprünglich geschätzten Kosten von 1,3 Millionen Euro liegt die neue Schätzung nun bei 1,8 Millionen Euro. In der Vorlage für den Marktgemeinderat schrieb Hermann Bader, die Preise für die Gewerke seien bei Firmen abgefragt worden. Bader wies ausdrücklich darauf hin, dass keine „Puffer“ eingerechnet worden seien. Auch mussten die Marktgemeinderäte die Aussage des Hochbauleiters zur Kenntnis nehmen, dass durch die momentan sehr gute Konjunktur am Bau auch diese Kostenschätzung unter Umständen nicht gehalten werden könne. Konkret heißt das, „mit Preissteigerungen muss nach momentanen Stand gerechnet werden“. Rund die Hälfte der Kosten wird demnach auf die technischen Anlagen einschließlich der Küche fallen.

Einen kleinen Lichtblick gab es dennoch. Die Marktgemeinde kann für den Bau der Mensa 50 Prozent der förderungswürdigen Kosten als Zuschuss bei der Regierung von Oberbayern beantragen.

Henriette Beltz ist heilfroh, dass der Marktgemeinderat sich nun entschieden hat, für den Bau grünes Licht zu geben. Einige Räte hatten nämlich wegen einer wesentlich niedrigeren Vergleichsrechnung durch das Projektsteuerungsbüro KMP eine erneute Diskussion gewünscht. Hermann Bader hatte in seiner Vorlage aber schon explizit darauf hingewiesen, dass die Differenz durch das Fehlen einiger Positionen entstanden sei. Außerdem habe das Büro die technischen Anlagen um rund 200.000 Euro niedriger bewertet. Wäre das Thema wieder einmal vertagt worden, sagte die Schulleiterin gegenüber dem KREISBOTEN, wäre voraussichtlich eine weitere Verzögerung von einem Jahr nicht auszuschließen gewesen.

Verzögerung hatte es bei der Planung für den Bau der Mensa in der Vergangenheit schon genug gegeben. Den ersten Antrag hatte Henriette Beltz vor vier Jahren gestellt, als die „Gebundene Ganztagsschule“ eingeführt wurde. Eine Mensa ist dafür vorgeschrieben. „Sie ist ein Muss“, betonte Henriette Beltz.

Provisorium entfällt

Seitdem wird improvisiert, während der Bedarf an Mittagessen ständig gestiegen ist. Betroffen war davon nicht nur die Grundschule sondern auch die Mittelschule. Deren kooperative Leiterin Renate Kindermann hatte ihre kleine Aula für die Schulspeisung sofort zur Verfügung gestellt. Mit vereinten Kräften hatten Henriette Beltz und Renate Kindermann versucht, die Probleme zu lösen. Dies habe eine unglaubliche Kraft und Energie gekostet.

Wenn im Herbst 2017 die neue Mensa in Betrieb geht, entfällt das Provisorium, dass die Kinder beider Schulen an drei verschiedenen Orten ihr Mittagessen einnehmen. Serviert an den drei Orten werden frisch gekochte Speisen, Tiefkühlkost und Essen von einem Caterer. Henriette Beltz schwört auf die bisherige Küche der Mittagsbetreuung, die gesundes und frisches Essen zubereitet hat. Das Küchenteam soll zukünftig auch in der neuen Mensa kochen.

Es ist ein schöner und vor allem durchdachter Entwurf, lobte die Schulleiterin die Planer. Unsere Wünsche sind alle eingearbeitet, sagte Henriette Beltz. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“. Auch mit den Bauabläufen ist die Chefin der Grundschule mehr als zufrieden. Um die Baustelle gut anfahren zu können, muss der Verbindungsgang zwischen Bauteil II der Grundschule und dem Bauteil III der Mittelschule abgebaut werden. Dadurch entfallen teilweise einige Räumlichkeiten wie das Beratungsbüro, das Büro der Schulpsychologin oder auch der Raum der Hausaufgabenhilfe. Auch für die Partnerklasse von Regens-Wagner hat Henriette Beltz schon eine Lösung im Kopf.

Synergieeffekte

Der Neubau der Mensa beinhaltet auch erste Maßnahmen für die angedachte Gesamtsanierung der Schule. Hermann Bader hatte darauf hingewiesen, dass man hier Synergieeffekte erreichen kann. Derzeit arbeitet man im Rathaus an der Planung und an den Förderanträgen. Wenn alles klappt, kann im nächsten Jahr die Mensa gebaut werden. Die weitere Sanierung der Schule könnte dann für das Jahr 2018 angepeilt werden. Das Gebäude der Grundschule stammt aus den 60er Jahren. Es wurde immer wieder angebaut und auch aufgestockt.

Siegfried Spörer

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