Im Stadttheater:

"Mir geht’s genauso gut wie Dir!"

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Auf dem Marktplatz des Lebens (von links): Mike (Mike Hanslbauer), Michael (Michael Höss) und Hanna (Anja Curtius).

Landsberg – Inklusion; ein Modewort, das die meisten mit Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben Nichtbehinderter gleichsetzen. Einen Schritt weiter geht die Lebenshilfe Dillingen mit ihrem Theaterprojekt: nicht einfach mitmachen, sondern selbst gestalten, singen, spielen, und das mit beachtlicher Leistung.

„Manchmal – auf dem Marktplatz des Lebens“ lautet der poetische Titel des Musicals, das aus der Feder des Kinderbuchautors und s’Maximilianeums-Vorstandes Rolf Lang stammt. Lang, den seit mehreren Jahren ein freundschaftliches Verhältnis mit der Band „Muscht du habba“ der Lebenshilfe Dillingen verbindet, hat mit den musikalischen Leitern der Band, Christian Fischer und Armin Fässler, eine fast märchenhafte Geschichte erarbeitet, bei denen die Songs der Band ein stabiles Gerüst bilden, die die Darsteller und die Story tragen. Eingängige Lieder mit Ohrwurm-Qualität wie „Mir geht’s genauso gut wie Dir“ oder „Mensch, schwätz doch schwäbisch“, Texte, mal nachdenklich, mal flott und lustig, und immer authentisch und unsentimental. Projektinfos auf: www.manchmal-musical.de.

Märchenhaft auch der Rahmen: in einem alten Sessel nimmt die Erzählerin (Simone Kirner) Platz, die die Zuschauer durch die Geschichte von Hanna und Michael führt. Auf dem Marktplatz einer kleinen Stadt, die überall sein könnte, neben Jussufs (Johann Bertl) Dönerstand, umgeben von anderen jungen Leuten, sehen Michael (Michael Höss) und Mike (Mike Hanslbauer), zwei junge Männer, die „behindert“ sind, Tag für Tag die Blumenverkäuferin Hanna (Anja Curtius). Irgendwann bemerkt Michael, dass er in das Mädchen verliebt ist, auch Hanna spürt eine Zuneigung zu dem netten jungen Mann, allerdings hadert sie wegen Michaels Behinderung mit ihren Gefühlen, wägt ab zwischen Verstand und Herz. Anders als im Leben gibt es hier ein Happy-End, in einem Duett, bei dem die Hand so mancher Zuschauer verstohlen zu den Augen wanderte, gestehen sich beide ihre Liebe.

Was Band und Darsteller hier auf die Bühne gebracht haben, ist absolut beachtlich: mit viel Spielfreude, talentierter Darstellung, eingängigen Songs, die nicht nur überzeugend, sondern dazu mit tollen Stimmen gesungen wurden, nahm die Geschichte um die Liebe zwischen einem jungen Mann mit Behinderung und einer nichtbehinderten jungen Frau die Zuschauer gefangen, die es den Darstellern mit langem Applaus lohnten. Ein Projekt, das hoffentlich noch einige andere nach sich zieht, und das als Vorbild und bestes Beispiel der vielbesprochenen „Inklusion“ die­nen kann. Bravo!

Patricia Eckstein

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