s' Maximilianeum am Lech

Frauen erobern die Kleinkunstbühne

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Rolf Jürgen Lang (rechts) und Armin Federl von der Landsberger Kleinkunstbühne s’ Maximilianeum sind zufrieden: Die zurückliegende Saison war ein voller Erfolg und das Programm 2015/16 steht – mit viel Frauen-Power.

Landsberg – Die Vorsitzenden des Verein „s’ Maximilianeum Kleinkunstbühne“ können zufrieden sein: Rolf Jürgen Lang und Armin Federl haben für die kommende Saison ein Programm aufgestellt, das spannende, tiefgründige, witzige und ansprechende Unterhaltung im Stadttheater bietet. Und diesmal gibt es Frauenpower.

„Es ist leider gar nicht so einfach, Frauen im Bereich Kleinkunst zu finden“, wissen die Vereinsvorsitzenden. Die erste Künstlerin Mia Pittroff tritt am 20. März auf. „Diese Kabarettistin hab ich mir schon lange gewünscht“, gibt Lang zu. Pittroff sollte bereits dieses Jahr am Muttertag auftreten, aber dann kam, passend zum Tagesmotto, die Geburt ihres Kindes dazwischen. Die in Berlin lebende Oberfränkin „linst mit einer hochgezogenen Augenbraue durch die Gesellschaftslupe und pinselt eine herrlich absurde, subtile Collage. Fabelhaft!“, urteilte der Bonner Generalanzeiger. Ihre Betrachtungen des Alltagswahnsinns sind gespickt mit trockenem Humor, nicht umsonst hat sie schon zahlreiche Preise eingeheimst.

Die zweite Frau bekommt man am 24. April zu sehen: Die junge Sängerin und Kabarettistin aus Thüringen, Christin Henkel, besticht in ihrem Programm KlaKaSon mit einer Stimme, die an Annett Louisan erinnert. Ihre Texte, wie über den Surflehrer Klaus, der an Burn-Out leidet, reißen sowohl zu Lach- als auch Rührungstränen hin. „Da haben wir ein kleines Juwel an Land gezogen“, freut sich Lang. Das Klischee des Blondchens, das bei ihrem Anblick entstehen könnte, weiß Henkel konsequent zu brechen.

Als nächste betritt am 8. Mai Christine Prayon die Landsberger Kleinkunstbühne. Federl beschreibt Prayon kurz und treffend mit „Präsenz und Prägnanz“. Die als Birte Schneider aus der ZDF heute-show bekannte Kabarettistin ist ausgebildete Schauspielerin und wurde unter anderem mit dem ScharfrichterBeil und den Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet. Um was es in ihrem Programm geht? Ganz Heid­egger-verworren s’ Maximilianeum: „Um das Nicht-Sein im Sein, da alles Sein als Schein ein scheinbares Nicht-Sein im Schein des realen Seins zu sein scheint.“ Wer Antworten sucht: nichts wie hin!

Auch Männer…

Eingeleitet wird die neue Kleinkunst-Saison am Tag der deutschen Einheit vom Kabarettisten Sigi Zimmerschied. Er war vor gut 20 Jahren das letzte Mal in Landsberg zu sehen war. „Stachelbeersträucher von Saigon“ ist der Titel seines politischen Kabarett-Programms am 3. Oktober. „Zimmerschieds Schwiegermutter kommt übrigens aus Landsberg und beschwerte sich schon früh über seine kabarettistischen Ergüsse“, weiß Lang zu erzählen. Simon und Jan, zwei junge Gitarristen und Sänger, stehen am 29. November auf der Bühne. Viele kennen sie von ihrem Auftritt mit Stoppok&Artgenossen. Die zwei jungen Musiker zeigten mit ihrem Programm „Ach Mensch“ eine „liebevoll misanthropische Revue über das einzige Lebewesen, das wirklich eine Wahl hat – und sich zielgerecht für das Falsche entscheidet“. Mit ihren Songs, die von Reggae-Rhythmen bis hin zu klassischen Arrangements reichen, und ihren bitterbös-süßen Texten stellen sie ihr zweites Album vor. Armin Federl: „Die können ganz groß werden“.

„Ohne erkennbare Mängel“ sind laut ihrem Programmtitel Helge und Das Udo. „Helge Thun und Udo Zepezauer haben einfach eine tolle, intelligente Fantasie“, sagt Federl. In Baden-Württemberg sind die beiden für ihre kompetente Komik schon bekannt und werden in Landsberg am 29. November mit einem Liebeslied aus Sätzen des Navi-Gerätes und etlichem mehr ihr Talent unter Beweis stellen.

Kurz vor Weihnachten findet am 4. Advent (20. Dezember) das traditionelle Weihnachtsbrettl mit Johannes Hitzelber-ger&Die Kammermusikanten statt. Bei Orangenpunsch und Plätzchen gibt es heiter-besinnliche Texte und Volksmusik aus Bayern – die echte. „Hitzelberger genießt die Stimmung im Foyer so sehr, dass er es bisher immer abgelehnt hat, im Saal zu lesen“, erzählt Federl.

Einen „witzigen, spritzigen Abend“ erwartet das Publikum laut Lang am 24. Januar mit Michael Altinger&Alexander Liegl und ihrem lautmalerischen Programm ‚Röhr du‘. Altinger und Liegl haben als Einzelkabarettisten schon Auszeichnungen wie das ScharfrichterBeil und den Deutschen Kabarettpreis erhalten. In Kombination sind sie sicherlich unschlagbar.

Die niederbayerische Band Luz Amoi besteht schon seit zehn Jahren und füllt in Niederbayern ganze Hallen – Zeit, dass sie auch mal nach Landsberg kommen: am 28. Februar sind sie zu sehen und zu hören. Federl bezeichnet die Musik der fünfköpfigen Band als „ethnisch angehauchte Urmusik“, die von Rock bis hin zu einem orientalisch angehauchten „Kommet ihr Hirten“ wirklich alles bietet.

Zum Saisonabschluss gibt es nochmals eine echte Kabarettgröße: Helmut Schleich stellt am 12. Juni sein Programm „Ehrlich“ vor. Für Schleich sind Auftritte im Landsberer Stadttheater wie Matches in Wimbledon für Boris Becker: Er liebt die Atmosphäre dieses Hauses, „auch wenn er anderswo ganze Sporthallen füllen kann“, betont Lang.

Stabile Preise

Die vergangene Saison war für s’ Maximilianeum erfolgreich, „und dafür bedanken wir uns ganz herzlich beim guten Landsberger Publikum“, betont Lang. Auch bei unbekannteren Künstlern seien die Leute gekommen. Die Eintrittspreise bleiben stabil. Allerdings habe man auch schon Klagen von diversen Künstlern zu hören bekommen, die zu den angebo- tenen Gagen nicht mehr spielen wollten, so Lang. „Wir befinden uns ja am ganz unteren Ende, was Eintrittspreise angeht.“ Vielleicht müsse man in Zukunft da bei den „bekannten Größen“ ein bisschen am Rädchen drehen. Es gehe immerhin auch darum, mit diesen Größen die unbekannteren Talente zu fördern.

Jubiläum steht an

Im nächsten Jahr feiert die die Kleinkunstbühne s’ Maximilianeum ihr 25-jähriges Bestehen, was auch durch eine Aufzeichnung des BR am 24. Oktober gewürdigt wird. Deshalb am besten schon jetzt in den Kalender schreiben, wenn man Größen wie Maxi Schafroth, das FalkenRadio und Rolf Miller im nächsten Jahres nicht verpassen will.

Der Kartenvorverkauf für die neue s’ Maximilianeum-Saison ist bereits angelaufen. Tickets gibt es beim KREISBOTEN am Rossmarkt in Landsberg.

Susanne Greiner

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