Mehr als nur Festwiese - Stadt Landsberg will Waitzinger Wiese für 1,7 Millionen Euro ertüchtigen

Eine ordentliche Stange Geld möchte die Stadt im nächsten Jahr in den Umbau der Waitzinger Wiese investieren. Mit satten 1,7 Millionen Euro werden Parkplatzerweiterung und Festplatzbefestigung im schlechtesten Fall zu Buche schlagen. Dafür stehen in Zukunft bis zu 320 zum Teil „bewirtschaftete Parkplätze“ in Altstadtnähe zur Verfügung. Die von der UBV beantragte Toilette soll es zunächst nicht geben. Sie wird, so der jüngste Beschluss, lediglich in die Planung mit einbezogen.

Der Plan für die Erweiterung des bestehenden Parkplatzes im östlichen Bereich der Waitzinger Wiese ist, wie im KREISBOTEN berichtet, bereits abgeschlossen, der Bebauungsplan geändert. 215 Parkplätze für Autos, zusätzlich fünf für Behinderte und zehn für Wohnmobile sowie fünf für Busse soll es dort geben. Kostenpunkt: rund 700 Euro. Mit der vom Tiefbauamt nun vorgeschlagenen Ertüchtigung des Festplatzes kommen im Rahmen der Doppelnutzung bis zu 100 Stellflächen hinzu. Der finanzielle Aufwand dafür ließ die Ratsmitglieder kurz innehalten, denn mit den bereits ermittelten 870000 Euro ist es nicht getan. „Der Unsicherheitsfaktor Altlastenentsorgung ist da noch nicht mit drin“, erläuterte Referatsleiter Hans Huttenloher. „Wenn’s ganz schlecht läuft, kommen wir auf eine Million Euro.“ Dass die Waitzinger Wiese bei entsprechender Witterung als Festplatz kaum nutzbar ist, weiß man aus Erfahrung. Circusvorstellungen und „D’ Landsberger Wies’n“ sind in der Vergangenheit im Morast versackt. Aus diesem Grund und weil man den stadteigenen Platz in der veranstaltungsfreien Zeit ebenso nutzen möchte, soll er nun ein solides „Fundament“ bekommen. Ein tragfähiger Untergrund ist für die gesamte Festwiese vorgesehen, im mittleren Bereich geteerte Fahrbahnen und gekieste Flächen sowie Wasser-, Abwasser- und Elektroversorgung samt Beleuchtung. Eben alles was für einen ordentlichen Fest- und Parkplatz nötig ist. Pflaster und Toilette Insgesamt eine begrüßenswerte Planung, waren sich die Mitglieder des Bauausschusses einig – fast, denn Traudl Lüßmann (GAL) zeigte sich „schockiert“, dass die Waitzinger Wiese derart zugepflastert und dafür eine Millionen Euro ausgegeben werde. Deshalb stimmte sie mit Dr. Andreas Hartmann gegen das Vorhaben. Widerstand regte sich zudem in Reihen der UBV. Wie berichtet, hatten Fraktionschef Christoph Jell und Martin Zeiser im Vorfeld der Sitzung beantragt, mit dem Parkplatzbau auch eine öffentliche Toilettenanlage zu erstellen. „Warum ist der am 6. Oktober eingereichte Antrag nicht auf der Tagesordnung?“ wollte Axel Flörke wissen. „Wenn wir die Toilette jetzt gleich integrieren, wird es doch billiger.“ Dagegen sprach sich Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) vehement aus. Grundsätzlich sehe er kein Problem, eine öffentliche Toilette in die Planung aufzunehmen und die Infrastruktur zu schaffen. Er wolle die Situation aber vernünftig lösen, beteuerte das Stadtoberhaupt, deshalb sei es für Details noch zu früh. „Learning by doing, aber dann so schnell wie möglich handeln“, gab Lehmann vor.

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