Mehr schwitzen im Lechtalbad

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Weil die Besucherzahl der Saunalandschaft im Kauferinger Lechtalbad stetig zunimmt, steht nun eine Erweiterung an.

Landkreis – Seit die Königstherme in Königsbrunn im vergangenen Sommer ihre Türen geschlossen hat, boomt der Saunabetrieb im Kauferinger Lechtalbad. Das führt dazu, dass nun eine zusätzliche Sauna gebaut werden soll. Dazu gehört auch die Erweiterung der Umkleiden für Gäste und Personal sowie der Neubau eines Ruheraums und eines Ausschanks. Aber nicht nur das Lechtalbad, auch die Warmfreibäder in Greifenberg und Thaining konnten im vergangenen Jahr mehr Gäste anziehen, wie der Bäderbeauftragte des Landkreises Thomas Zeck in der jüngsten Kreisausschusssitzung erläuterte.

In allen drei Landkreis-Bädern fällt die Bilanz für 2015 positiv aus: Verantwortlich ist dafür laut Zeck vor allen Dingen die gute Witterung. Der „freibadfreundliche“ Sommer habe bewirkt, dass die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr angestiegen sind. Insbesondere das Kauferinger Lechtalbad hat offenbar von dem schönen Wetter profitiert: Insgesamt kamen 2015 fast 21.000 Besucher mehr als im Vorjahr. Aber noch ein weiterer Umstand hat dafür gesorgt, dass die Frequentierung der Sauna in Kaufering nach wie vor stetig steigt: Die Schließung der Königstherme in Königsbrunn im vergangenen Sommer. Eine Erweiterung der Saunaanlage ist daher dringend notwendig, so der Bäderchef.

Bereits 2010 hatte man die Saunalandschaft im Lechtalbad erweitert. Von 35.000 konnte man sich so auf 55.000 Besucher steigern. Mittlerweile bringe man aber nicht mehr alle Gäste unter. Auch Landrat Thomas Eichinger pflichtete dem Bäderbeauftragten bei: „Besucher abweisen ist immer schlecht.“ Wer einmal abgewiesen werde, komme oft nicht wieder. Mit der Erweiterung, so Zeck, könnten über 60.000 bis 70.000 Saunagäste pro Jahr angepeilt werden.

Die Erweiterung des Umkleide- und Saunabereichs im Lechtalbad ist für 2017 geplant. Aber nicht nur eine neue Sauna soll dabei gebaut werden, auch dringend benötigte Umkleide- und Aufenthaltsräume für das Personal sowie ein Serverraum für das Kassensystem sollen geschaffen werden. Hinzu kommen Umkleiden für Besucher sowie für Behinderte, ein zusätzliches Sauna­becken, ein neuer Ausschank sowie ein Ruheraum im Außenbereich.

Nach ersten Schätzungen wird dafür eine Investitionssumme von rund 1,9 Millionen Euro netto auf den Landkreis zukommen. Der Kreisausschuss hat nun zunächst beschlossen, die Architektenleistungen für die Erweiterung des Umkleide- und Sauna­bereichs an das Issinger Architekturbüro Dr. Klaus Pilz zu vergeben. Die Brutto­honorarsumme beträgt vorläufig 225.188 Euro. Die Entwurfsplanung und Kostenberechnung soll dann erneut dem Kreisausschuss zur Fassung eines Projektbeschlusses vorgelegt werden.

Trotzdem es den Bädern gut geht, fahren sie dennoch ein jährliches Defizit von rund 1,2 Millionen Euro ein, wie aus dem Bäderbericht zu entnehmen ist. Renate Standfest (GAL) stellte deshalb die Frage in den Raum, ob man sich dieses Defizit auf Dauer leisten wolle. Bäder würden immer ein Defizit einfahren, betonte Landrat Thomas Eichinger. Trotzdem wolle er die Familienfreundlichkeit und Naherholungsmöglichkeiten im Landkreis erhalten. Denn gerade für den kleineren Geldbeutel erführen die Landkreis-Bäder eine hohe Resonanz. Auch Albert Thurner (SPD) bezeichnete es als „Armutszeugnis“ würde man die Bäder jetzt abstoßen. Und Kauferings Bürgermeister Erich Püttner (UBV) bekräftigte: „Ich möchte das Bad in Kaufering nicht missen.“

Astrid Neumann

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