Mehr Toiletten in der Altstadt?

Zum Pinkeln in die Litfaßsäule

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Eine Litfaßsäulen-Toiletten-Kombination wie diese auf dem Stormarnplatz in Hamburg möchte OB Mathias Neuner im nächsten Jahr in der Lechstadt testen.

Landsberg – Es gibt sie bereits in vielen Städten, sie ist flexibel einsetzbar und befriedigt gleich mehrere Bedürfnisse: beim Bürger das dringende und das nach Informationen und bei der Stadt das nach weiteren Einnahmen. Die Rede ist von der öffentlichen Toilette in der Litfaßsäule.

Eine solche würden OB Mathias Neuner (CSU) und die Bauverwaltung jetzt gerne kaufen – zu Testzwecken, für rund 60000 Euro.

Nicht unbedingt zur freudigen Überraschung aller Ratsmitglieder tauchte die Position in der von der Kämmerei vorgelegten Investitionsliste Hochbau für 2014 auf: 80000 Euro inklusive Planung und Kanalarbeiten. Der Kommunale Prüfungsverband Bayern habe die Stadt darauf hingewiesen, dass sie für ihre öffentliche Toiletten zu viel Geld ausgebe, klärte OB Mathias Neuner nach kritischen Fragen im Stadtrat auf. Allein das WC in Anbau des historischen Rathauses koste inklusive Personal rund 38000 Euro. Dazu kämen noch 13000 Euro für die unter Ex-OB Ingo Lehmann eingeführte „Nette Toilette“, an der sich im Moment 17 Gewerbetreibende der Altstadt beteiligen.  

Mit Litfaß-Toiletten ließe sich nach Ansicht des Stadtoberhauptes „viel Geld sparen“, da sie selbstreinigend seien und kaum Wartung benötigten. Allein über die Nutzungsgebühr von 50 Cent könnte die Investition pro Jahr und WC mit rund 5000 Euro refinanziert werden, Einnahmen aus Werbung könnten dazu kommen.

Als weiteren Vorteil führt Neuner ins Feld, dass man das Netz der öffentlichen Toiletten in der Altstadt nun wieder verdichten könne, nachdem die Anlage in der Unterführung des Hauptplatzes mit dessen Umbau wegfiel und Jahre zuvor bereits die Toiletten an der Karolinenbrücke zugemauert worden waren. „Wir sollten so eine Toilette nächstes Jahr einfach mal ausprobieren“, sagt Neuner und schlägt für den Test den Parkplatz am Mutterturm vor. Dort sei der Kanalanschluss bereits vorhanden. Als weitere Standorte schweben ihm für später der Hellmairplatz und der Bereich um die VHS vor.

Während die „Nette Toilette“ vorerst bestehen bleibt, möchten die Stadtoberen die kostenintensive Rathaustoilette mög­- lichst schnell nurmehr bei Veranstaltungen offen halten. SPD-Fraktionschef Dieter Völkel war damit keineswegs einverstanden: Es sei „nicht sinnvoll“, das öffentliche WC „dort zu schließen, wo alle Leute hingehen.“ Und Axel Flörke, Stadtrat der Landsberger Mitte sowie Vorsitzender des Verschönerungsvereins, betrachtete den Plan aus touristischer Sicht: „Viele Gruppen kommen doch mit 30 bis 50 Leuten, da wird es mit der Toilette in der Litfaßsäule problematisch.“

OB Neuner zeigt für die Bedenkenträger wenig Verständnis: „Da haben wir mal Einsparpotenzial, dann wird das Geschrei wieder groß.“ Aktuell bietet die Stadt öffentliche Toiletten im Rathaus, in den beiden Tiefgaragen, im Sandauer Tor sowie auf der Waitzinger Wiese an. Ob nächstes Jahr eine weitere in einer Litfaßsäule hinzukommen wird, möchte man nun in den Fraktionen besprechen und dann im Stadtrat diskutieren.

Toni Schwaiger

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