Mehr Platz im Landsberger Landratsamt – Pläne für Süderweiterung liegen vor

Eine Erweiterung des Landratsamtes ist wieder ein Thema. Weil die Kreisverwaltung aus allen Nähten platzt, denkt man über eine Süderweiterung nach. Demnach soll das ehemalige Landratswohnhaus abgebrochen und stattdessen ein Südflügel mit unmittelbarer Anbindung an das Landratsamt errichtet werden. Die Nutzfläche von rund 530 Quadratmeter würde nach ersten Schätzungen rund 1,8 Millionen Euro kosten. Vorgestellt wurden diese Pläne am Dienstag im Kreisausschuss.

Etwas verwundert über diesen erneuten Vorstoß zeigte sich Kreisrätin Monika Groner (Grüne), da sich Mitte des Jahres die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen darauf verständigt hatten, die Planungen für eine Erweiterung nicht weiter zu ver­- folgen und frühestens Mitte des Jahres 2011 wieder aufzugreifen. Doch laut Kreisbaumeister Andreas Magotsch hat sich nun ein „dringender Bedarf“ ergeben, da der bauliche Zustand des westlichen Anbaus (Rucksackanbau) erhebliche Mängel aufweist. In einigen Räumen des in den 70er Jahren errichteten Stahlbaues, die vorübergehend als Büros genutzt wurden, bilde sich Schimmel und bestehe eine sehr starke Geruchsbelästigung. Da die Räume nun nicht mehr genutzt werden könnten, bestehe ein hoher Fehlbedarf an Nutzfläche: mindestens 28 zusätzliche Räu­me mit einer Nutzfläche von rund 450 Quadratmetern. So werden acht Zimmer be­nötigt, weil bisher mit zwei Mitarbeitern belegte Räume in Einzelbüros umgewandelt werden sollen. „Sechs Räume benötigen wir, seil die derzeit angemietete Außenstelle III, das Veterinäramt, aufgelöst und die Mitarbeiter wieder im Landratsamt untergebracht werden sollen“, so Magotsch. Darüber hinaus müssten sieben Büros er­- setzt werden, weil das von der Kreisbehörde schon genutzte ehemalige Wohnhaus des Landrates für die Süderweiterung abgebrochen werden müsste. Und vier Räume sind nötig, weil sie durch die geplante Anbindung des Anbaus im Altbau wegfallen. Um nun zumindest die dringendsten Raumprobleme zu lösen, schlägt die Verwaltung eine Erweiterung im Süden vor. Der Neubau würde sich mit Keller, Erd- und drei Obergeschossen direkt an den bestehenden Baukörper anfügen. Die Kosten hierfür belaufen sich laut Kreiskämmerer Jürgen Felbinger auf rund 1,8 Millionen Euro. Eine Förderung für dieses Vorhaben gebe es nicht. Bei der Kostenschätzung sei noch nicht be­rück­sichtigt, dass für die Bauzeit für die wegfallenden Büros eine Übergangslösung nötig wäre. Räume anzumieten, hält Felbinger für nicht sinnvoll: „Im Vergleich zur Süderweiterung sei dies die teurere Alternative.“ Dass die Erweiterung dringend nötig sei, darüber war man sich im Kreisausschuss einig. Nicht aber beim Zeitplan der Umsetzung. So wollte Herbert Kirsch (FW) das Vorhaben bis 2012 zurückgestellt wissen. Zum einen wegen der finanziellen Lage des Landkreises und zum anderen, weil es noch nicht absehbar sei, wie sich die Finanzlage der Kommunen entwickle. „Wir können jetzt keine Verpflichtungen eingehen, wenn wir nicht wissen, wie es zukünftig aussieht.“ „Wir verlangen von der Verwaltung optimale Arbeit, dann sollten wir ihr auch angemessene Räume zur Verfügung stellen“, sagte Monika Groner und Josef Loy (CSU) schlug vor, das Thema vorerst noch einmal zu Beratungen in die Fraktionen zu vertagen. Darüber hinaus regte Landrat Walter Eichner an, in der nächsten Kreisausschusssitzung einen Besichtigung des Landratsamtes durchzuführen, damit sich das Gremium ein Bild von der Situation vor Ort machen könne.

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