Mehr Raum für Innovation

Unter den kritischen Blicken von Sabine und Wolf-Dieter Herold (mitte und rechts) sowie Bürgermeister Herbert Kirsch (2. v. rechts) versuchte sich Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler im neuen Delo-Entwicklungslabor. Foto: Delo

Hoher Besuch bei Delo: Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) war in der vergangenen Woche zur Einweihung eines neuen Laborgebäudes sowie eines Technikums bei dem Hersteller industrieller Klebstoffe zu Gast. Gleichzeitig wurde der Baubeginn einer neuen Produktionshalle gefeiert. Delo hat in den vergangenen Jahren kräftig expan­diert und das soll nach den Worten der Inhaber Sabine und Wolf-Dietrich Herold auch so weitergehen.

Dass Klebstoff aus dem Hause Delo die Chips auf Chipkarten fixieren und weltweit in jedem zweiten Handy die Einzelteile zusammenhalten, ist bekannt. Doch auch die zunehmende Anzahl von Kameras in der Fahrzeugtechnik hat das Unternehmen für sich entdeckt. Schon heute werden Delo-Klebstoffe für Rückfahrkameras verwendet. „In Zukunft werden in jedem Auto zehn bis 15 Kameras stecken“, kündigt Wolf-Dietrich Herold an. Die hoch­- moderne Technik beobachtet den Verkehr, wacht aber auch darüber, dass der Fahrer nicht in den Sekundenschlaf fällt. Für den Hersteller maßgeschneiderter Spezialklebstoffe, Delo, tue sich eine neue einträgliche Nische auf. "German Mittelstand" „Wir sind stolz auf den Mittelstand und lernen viel von ihm“, lobte Bundeswirtschaftminister Rösler. Bereits 2005 wurde Sabine Herold vom damaligen Amtsinhaber Wolfgang Clement in den Mittelstandsbeirat des Ministeriums berufen. Gemeinsam setze man sich dafür ein, dass die Internationalisierung weitergehe und auch der Begriff „German Mittelstand“ weltweit zum Markenzeichen werde, berichtete Rösler. Bisher kenne man auf internationaler Ebene nur den Begriff des kleinen und mittleren Unternehmens, „und das klingt so mit­- leidig“. Andere deutsche Begriffe wie „Weltschmerz“ hätten es schließlich auch in den englischen Sprachgebrauch geschafft, warum also nicht auch der Mittelstand. Als die Herolds sich vor fünf Jahren mit ihrem Unternehmen vom Standort Landsberg verabschiedeten und in Windach niederließen, hatte Delo 150 Mit­arbeiter und machte 26 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Heute sind es über 50 Millionen Euro und über 300 Mitarbeiter, 80 weitere Stellen sollen noch in diesem Jahr besetzt werden. Obwohl sich im Jahr rund 4000 Menschen um einen Job bei Delo bewerben, sei es nicht einfach, die richtigen Leute zu finden, berichtete Sabine Herold. Rösler erklärte, man setze sich für die qualifizierte Zuwanderung in den ersten Arbeitsmarkt ein. „Bei Delo haben schon heute zehn Prozent der Beschäftigten eine ausländische Staatsbürgerschaft.“ Mit den neuen Räumen vergrößert Delo seine Nutzfläche um 15000 Quadratmeter und seine Produktionskapazitäten um 170 Prozent. „Ich hoffe, das reicht für die nächsten fünf Jahre“, so Wolf-Dietrich Herold. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Konzerne wie Siemens, Daimler, BMW, Nokia und Infineon.

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