Mehr Zeit für das Beratungsgespräch

Pünktlich zur Eröffnung des Töpfermarktes hat am Donnerstag ein teils eisigkalter Nieselregen eingesetzt, der Wettergott zeigte heuer wirklich wenig Erbarmen mit Besuchern wie Ausstellern. Wenn auch der Umsatz an den vier Tagen hier und dort „etwas mau“ gewesen ist, zeigten sich Keramiker und die Marktgemeinde Dießen als Veranstalter dennoch zufrieden: Vor allem für Einzelgespräche sei diesmal mehr Zeit gewesen, was den ein oder anderen Folgeauftrag mit sich bringen könnte.

Dank des fehlenden Gedränges konnten die Liebhaber von Töpferwaren und Keramiken in diesem Jahr in aller Ruhe auswählen. Gerne besucht waren die Ausstellerzelte wie auch der ADK-Pavillon, in dem man sich wieder einen Überblick über das Schaffen der Dießener Keramiker machen konnte. Insgesamt sei die Qualität des Dießener Töpfermarktes wieder sehr gelobt worden, so Sprecherin Beate Bentele. Die Mischung gerade des Zeitge­nössischen sei sehr gut gewesen, die Unikat-Töpfer waren mit hochwertigen Stücken vertreten. Guten Zulauf hatten laut Bentele gerade Keramiker und Töpfer, die moderne Geschirre und Vasen anboten, wie etwa Porzellan in Umdrucktechnik. Aber auch viel klassisches Geschirr wurde verkauft, neben kleinen Figuren und einer heiteren tönernen Tierwelt, die den Besuchern in der Boxleranlage geradezu nachliefen. Zu kämpfen hatten die Töpfermarkt-Gastronome und Vereine, die jedes Jahr für das leibliche Wohl sorgen. Wegen der niedrigen Temperaturen wollten die wenigsten Besucher ein Gläschen Sekt oder ein kühles Bier trinken, die Freisitzflächen waren quasi nicht benutzbar. Stattdessen wärmten sich viele ihre Hände an heißen Teetassen und am Glühwein, der dann noch schnell ins Programm genommen wurde. Die Kuchenproduktion haben die Vereinsdamen rechtzeitig der Be­- sucherzahl angepasst. Der stärkste Tag war wie üblich an Christi Himmelfahrt, wo sich allein etwa 15000 Besucher in den Seeanlagen aufhielten. Freitag und Samstag blieben die Parkplätze, die wegen der Witterung teilweise verlegt werden mussten, relativ leer. Am Sonntag riss der Himmel pünktlich ab Mittag wieder auf, so dass die Zubringerbusse rasch gut besetzt waren. Auch bei der Schifffahrt seien entgegen den Befürchtungen alle vorgesehenen Zusatzdampfer benötigt worden, berichtet Bentele. Insgesamt zählte die Polizei immerhin 30000 Besucher. Rechnet man die Bahn- und Schiffreisenden hinzu, kommen die Veranstalter auf rund 40000 Gäste – das sind immerhin 10000 bis 20000 weniger als sonst. Auch aus polizeilicher Sicht ist der Töpfermarkt 2010 laut Pressesprecher Josef Rieder ruhig verlaufen. So sei es im Umfeld des Marktgeschehens zu keinen nennenswerten Vorfällen oder Straftaten gekommen. „Nur einige wenige Verkehrsteilnehmer mussten wir gebüh­renpflichtig verwarnen, weil sie ihre Fahrzeuge in Haltverbotsbereichen abgestellt hatten.“ Der Sonderparkplatz am nörd­lichen Ortseingang musste nach dem Eröffnungstag in Absprache mit der Gemeinde gesperrt werden. Aufgrund der Regenfälle war die ausreichende Befahrbarkeit dieses Wiesen-Parkplatzes nicht mehr gewährleistet, so dass am Samstag und Sonntag die Parkplätze am Gymnasium und am Strandbad alternativ befüllt wurden. Da sich der Besucherandrang insbesondere am Sonntag in Grenzen hielt, reichte die Kapazität dieser Parkplätze laut Riederer gerade noch aus. Zwei Preisträger Der diesjährige Keramikpreis zum Thema „Jubiläumsstücke für die Keramische Schatzkammer“ geht an zwei Preisträger: Markus Klausmann aus Waldkirch überzeugte mit einer sehr homogenen, klassischen Dosen-Dreiergruppe in traditioneller Holzbrandtechnik. Der zweite Preis geht an die Kölnerin Birgit Brühl. Die Jury sei beeindruckt gewesen von dem experimentellen Umgang mit den Oberflächen ihrer Gefäße, von ihrer Auseinandersetzung mit Dekor und Ornament, lobte Marktleiter Wolfgang Lösche. „Es ist ein Wagnis und künstlerisches Können, so mit Farbe, Dekor, Gold und vielen anderen Mitteln – und auch haptischen Qualitäten – zu arbeiten, und sich dabei nicht zu verlieren.“

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