Mehr Zuschüsse?

Mehrgenerationenhausim Bestand gefährdet?

+
Ob am AWO-Mehrgenerationenhaus unter der Leitung von Margarita Däubler (3. v. links) so sinnvolle Projekte wie „seniorTrainer“ – das Foto zeigt die Zertifikatsübergabe im Rahmen der Freiwilligenmesse – noch dauerhaft möglich sind, scheint fraglich.

Landsberg – Der Bestand des AWO-Mehrgenerationenhauses (MGH) in der Lechstraße ist gefährdet, wenn ihm der Landkreis nicht finanziell unter die Arme greift.

Wie in der jüngsten Sitzung des Senioren- und Sozialpolitischen Kreistagsausschusses bekannt wurde, kann das von Margarita Däubler geleitete MGH bereits im kommenden Jahr seine Ausgaben nicht mehr vollständig aus Eigenmitteln decken. Noch prekärer wird die Lage ab 2015, wenn voraussichtlich die Bundeszuschüsse wegfallen. Die Zu­stimmung des Keistags vorausgesetzt, gibt der Landkreis zunächst einen einma­- ligen Zuschuss – 10000 Euro.

Auf knapp 40000 Euro Personal- und 15000 Euro Sachkosten belaufen sich die jährlichen Ausgaben des MGH, das vielfältige Angebote für Senioren, Familien, Alleinerziehende, Schüler und Migranten ins Leben gerufen hat. Zu den rund 30 Projekten, die vom MGH betreut werden, gehören das Café Freiraum für Familien und Senioren, das Antiquariat „Hören & Lesen“, Migrationsberatung sowie Lese- und Sprachpatenschaften, die Ausbildung von Senior-Trainern und Babysittern. Das MGH kooperiert mit den Schulen sowie zahlreichen ehrenamtlichen Gruppierungen im ganzen Landkreis.

Bei 30000 Euro Bundeszuschüssen und einer Förderung der Stadt Landsberg in Höhe von 10000 Euro klafft bereits jetzt 15000 Euro-Defizit im MGH-Haushalt. Angesichts dessen wandte sich der Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Träger des MGH bereits im Mai mit einem entsprechenden Zuschussantrag an den Landkreis Landsberg.

In Vorgesprächen zwischen der AWO und der Landkreisverwaltung wurden die Kosten durchleuchtet und diskutiert. Die Verwaltung empfiehlt nun dem Kreistag, zunächst einmalig für das Jahr 2014 einen Zuschuss von 10000 Euro zu be­- willigen. „Unbestreitbar wurden vom MGH seit seinem Start im Jahr 2007 zahlreiche sinnvolle Angebote und Projekte auf- und ausgebaut“, heißt es in der Beschlussvorlage der Sozialhilfeverwaltung. Dennoch solle der Landkreis seine Förderzusage zunächst auf 2014 beschränken. Man will abwarten, ob der Bund die Finanzierung von Mehrgenerationenhäusern tatsächlich zum Ende des kommenden Jahres einstellt. In jeden Fall rät die Landkreisver­- waltung der AWO zu einer „Umstrukturierung des Personals, um Kosten zu sparen“.

In der Ausschusssitzung begrüßte die stellvertretende Landrätin Ruth Sobotta (SPD) die positive Haltung des Landkreises. „Ohne die Förderung könnten die Projekte des MGH nicht weiterlaufen.“ Sie hoffe, dass auch die Stadt eine entsprechende Förderzusage geben werde. Der Ausschuss stimmte einhellig für die Unterstützung des MGH.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare