Mental nicht bereit

Auch für TSV-Stürmer Robert Rakaric (links) war am Samstag kein Durchkommen. Foto: Krivec

Bei Sven Kresin saß der Stachel auch zwei Tage nach der 1:3 (1:0)-Niederlage gegen Schwabmünchen noch tief. „Ich bin ratlos, was da los war“, so der Spielertrainer des TSV Landsberg am Montag. „Wir führen 1:0, stellen dann alle Bemühungen ein und verlieren völlig die Kontrolle über das Spiel.“

In der Tat waren die Gastgeber nach den starken Leistungen der vergangenen Wochen nicht wiederzuerkennen. Das lag zwar zum einen auch an der Spielweise des Gegners, zum anderen kam man aber auch nach dem 1:0 – Bonfert hatte Salimovic geschickt, der noch den Torhüter ausspielte – in der 31. Minute völlig aus dem Tritt. Bereits zuvor hatte man sich mühsam einige gute Gelegenheiten erarbeitet, danach hatte man durch Kresin selbst nur noch eine, als er in der 38. Minute nach einer Ecke am langen Pfosten das 2:0 auf dem Fuß hatte, danach ging erst einmal gar nichts mehr. Warum? „Wir haben in Gerolfing beim 4:0 aufgetrumpft, das ist der Mannschaft dann offenbar zu Kopf gestiegen“, mutmaßt Kresin. In der Folgezeit nämlich baute man den Gegner geradezu auf. War Landsbergs Torhüter Markus Obermayer in der ersten Hälfte noch so gut wie beschäftigungslos, bekam er jetzt dank fehlender Laufbereitschaft und unerklärlicher Konzentrationsfehler seiner Vorderleute plötzlich richtig Arbeit. Wobei die erste Tätigkeit darin bestand, den Ball aus dem Netz zu fischen. Aus dem Nichts fiel in der 55. Minute das 1:1, als Christian Lang aus gut 20 Metern einfach mal draufhielt und die Kugel unhaltbar im linken oberen Eck einschlug. Wo Rückschläge und Gegentore den TSV in den vergangenen Wochen noch nicht umgeworfen hatten, kam jetzt ein ganz anderes Gesicht der Mannschaft zutage. Die Fehler häuften sich, nach vorne brachte die sonst so starke Offensive praktisch nichts mehr zustande. Schwabmünchen, zu Beginn harmlos, nutzte die Gunst der Stunde und drehte dann auch völlig verdient die Partie. Als die Abstimmung in der Landsberger Hintermannschaft nicht passte, wurde Joachim Frei bei einem Konter mustergültig mit einem Querpass im Strafraum bedient, so dass er nur noch einzuschieben brauchte (72.). Schon zwei Minuten später musste Obermayer per Fußabwehr in höchster Not retten, in der der 83. Minute war er dann erneut machtlos. Passend zu diesem Nachmittag hatte Happerger den Ball vor dem 1:3 von der Landsberger Verteidigung genau in den Lauf mit dem Kopf vorgelegt bekommen. Der Rückschlag nach den zuvor gezeigten guten Leistungen war gleich aus mehreren Gründen ärgerlich. Zum einen wollte man sich von Schwabmünchen und den anderen direkten Tabellennachbarn absetzen. „Die großen Teams sind erstmal weg, wir müssen jetzt richtig aufpassen, da stehen Vereine hinter uns mit elf Punkten auf einem Abstiegsplatz und haben noch ein Spiel weniger“, warnt Kresin. Auch auf die leidige Zuschauerproblematik dürfte sich die Vorstellung vom Samstag nicht positiv ausgewirkt haben. „Die Leute, die wir zusätzlich ins Stadion gespielt hatten, kommen nach so einer Vorstellung wohl erst einmal nicht mehr.“ Die nächsten Gegner werden zudem nicht unbedingt leichter. Pipinsried (auswärts am kommenden Sonntag) steht selbst unter Druck, gleiches gilt für Fürstenfeldbruck, die dann eine Woche später nach Landsberg kommen. „Pipinsried hat viele erfahrene Leute“, so Kresin. Bis Sonntag ist für die Spieler daher harte Arbeit angesagt, sie dürfen sich nach den Worten ihres Trainers für die nächsten Tage warm anziehen. Kresin: „Scheinbar brauchen sie Druck, um Leistung zu bringen. Die Spieler wollen es schwer, dann bekommen sie es schwer."

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