Die Bühne muss weg!

Biergarten oben ohne

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Die Metallbühne des „Biergartens am Lech“ muss nach jüngstem Beschluss des Bauausschusses entfernt werden.

Landsberg – Die Bühne im „Biergarten am Lech“, auf der immer wieder einmal Fußball übertragen und Live-Musik gespielt wurde, darf nicht stehenbleiben. Der Bauauschuss schloss sich jetzt der Meinung der Stadtverwaltung an, dass die Aufstellung des Metallgerüstes gravierende Verstöße zur Folge habe.

„Die Betreiberin des Lechgartens hat mir gegenüber erklärt, dass diese Bühne kulturell wertvoll sei und der Biergarten dadurch inzwischen zu einer schönen Live-Location geworden sei“, berichtete Claus Müller vom Bauordnungsamt. „Ich als Ordnungsrechtler berücksichtige so etwas natürlich aber eher nicht.“ Ihn, wie dann auch den Bauauschuss, interessierte mehr die Stellungnahme der anderen Behörden. Diese hatten Probleme mit der Bühne, unter anderem wegen dem Brandschutz. Das Gerüst steht nur 80 Zentimeter von der historischen Mauer dahinter entfernt, das ist zu wenig für ein Anleitern durch die Feuerwehr.

„Das könnte man noch ,heilen‘, indem man das Ganze einfach etwas nach vorne schiebt“, meinte Müller, der trotzdem für ein Entfernen der Konstruktion plädierte. „Ich weise darauf hin, dass die Untere Denkmalschutzbehörde nicht zugestimmt hat. Ich sehe das ebenfalls so, dass das nicht das Bild ist, das man beim Betreten der Altstadt sehen sollte.“

Mit 12:1 beschloss der Ausschuss, dass die Bühne weg muss, lediglich Hans-Jürgen Schulmeister (LLM) hatte eine „ganz andere Meinung“. Ihn störe die Bühne „auch vom Denkmalschutz her nicht. Wenn wir alles entfernen, was die Altstadt belebt, haben wir bald ein Museum.“

Für die Betreiberin bleibt ein schwacher Trost: Das Podest, das zur Bühne gehört, darf stehenbleiben. Auch an der großen Markise im Biergarten wird nicht gerüttelt, obwohl sich auf Nachfrage von Berthold Lesch (CSU) herausstellte, dass diese gegen 1999 ohne Genehmigung angebracht wurde.

„Das wäre tatsächlich notwendig gewesen“, so Claus Müller. Stadtjustiziarin Petra Mayr-Endhart habe allerdings bereits geprüft, ob man rechtlich die Markise vorgehen könne. Müller: „Wir tendieren dazu, das nicht zu tun. Die Gründe dafür sollten allerdings in einer öffentlichen Sitzung nicht erläutert werden.“

Christoph Kruse

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