Kein Anbau im Kratzer-Garten

Das Salettl bleibt wie‘s ist!

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So sollte das Salettl umgebaut werden. Die Holzkonstruktion verdeutlicht das neue Satteldach. Davor war ein großer Anbau mit Dachterrasse geplant.

Landsberg – Michael Dillinger versuchte noch eine Rettung in letzter Minute. In einem Brief reduzierte der Eigentümer des Salettl am Kratzer-Garten den Antrag für sein Bauvorhaben deutlich. Aber auch mit dem verbleibenden Rest konnte sich die Mehrheit des Bauausschusses des Stadtrats nicht anfreunden. Das Gremium lehnte den Anbau insgesamt ab. Die geplante Dachterrasse hat sich damit erledigt.

Zur Überraschung vieler Stadträte hatte die Stadtverwaltung Dillingers Pläne in ihrem Antrag an den Ausschuss weitgehend befürwortet. Der Landsberger Konditormeister („Chocolaterie“) hatte vor, den über 100 Jahre alten Holzanbau durch einen 60 Quadratmeter großen modernen Anbau mit Dachterrasse zu ersetzen. Der Zugang zur Terrasse sollte aus dem Dachgeschoss des Bestands­ge­bäudes erfolgen. Dazu war eine Änderung des Walmdachs in ein Satteldach geplant. Eine entsprechende Holzkonstruktion zur Verdeutlichung war bereits am Gebäude angebracht.

Maßvoller Anbau

Die Stadträte hatten aber schon im Vorfeld Unverständnis über diesen Vorschlag zum Ausdruck gebracht – umso mehr als die ablehnende Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege zum Wechsel der Dachform in der Vorlage der Verwaltung mit keinem Wort Erwähnung fand. Dennoch verteidigte Stadtbaumeisterin Birgit Weber das Vorhaben in der Sitzung. „Der Anbau ist maßvoll und Weiterbauen ist in der Altstadt Tradition“. Auch Ordnungsamtschef Ernst Müller plädierte für den Plan und verwies auf die Gefahr eines Rechtsstreits.

Obwohl Dillinger in seinem Schreiben auf die neue Dachform und den Zugang zur Terrasse aus dem Dachgeschoss heraus verzichtet hatte, fand noch nicht einmal der Antrag „Anbau“ eine Mehrheit. Der weitergehende Antrag „Anbau plus Dachterrasse“ stand daher gar nicht mehr zur Abstimmung. Gegen die Dach­terrasse sprach aus Sicht vieler Stadträte das schützenswerte Ensemble. Das Haus Dillingers sei „stadtprägend“ – sein Erhalt in der jetzigen Form sei für die Landsberger wichtig. Eine Dachterrasse mit Geländer, Markisen und Sonnenschirmen beeinflusse das Stadtbild zu sehr.

Werner Lauff

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