Mein Wunsch und mein Traum

+
Wollte schon als Jugendlicher dem städtischen Forstamt vorstehen und hat es jetzt geschafft: Michael Siller.

Landsberg – Er ist „Stadtrat mit Leib und Seele“, aber seit seiner Jugend hatte er ein großes Ziel: Er wollte der städtische Förster Landsbergs werden. Das hat Michael Siller (46, CSU) jetzt geschafft. Am Mittwoch wurde er vom Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung mit „klarer Mehrheit“ (so OB Matthias Neuner, CSU) zum Nachfolger von Gerhard Gaudlitz gewählt. Zuvor hatte er sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen 88 Mitbewerber durchgesetzt.

Das Forstamt am Englischen Garten ist dem gebürtigen Landsberger bereits seit langem vertraut. Er absolvierte dort während seines Forstwirtschaftsstudiums an der Fachhochschule Weihenstephan Praktika und Ferienarbeit. Auch beruflich hatte er immer wieder Kontakt zum Amt, zunächst im Pflanzengeschäft, später dann als Einkaufsleiter des Fuchstaler Sägewerks Pröbstl, wo er die vergangenen 13 Jahre tätig war.

Bei der Kommunalwahl im März 2014 kandidierte er für die CSU für den Landsberger Stadtrat, nachdem er die Grundlagen dazu ein Jahr lang bei der „Initiative Guter Rat“ erworben hatte. Im Stadtrat übernahm Siller – wie bereits vor Jahren sein Vater Ludwig – das Amt des Waldreferenten. Außerdem widmete er sich der zeitintensiven Arbeit im Rechnungsprüfungsausschuss.

Allerdings hat er seiner Partei und seiner Fraktion gegenüber eigenen Angaben zufolge bereits von Anfang an signalisiert, an der Nachfolge von Gerhard Gaudlitz interessiert zu sein: „Es war von Jugend an mein Wunsch und mein Traum“, sagte der Diplom-Forstingenieur jetzt. Heute vormittag erhielt er seine Ernennungsurkunde als Forstoberinspektor.

Am 1. August tritt Siller sein Amt an und wird dann noch drei Monate mit Gerhard Gaudlitz zusammenarbeiten, der Anfang November in den Ruhestand geht. Oberbürgermeister Mathias Neuner zeigte sich über die Wahl Sillers erfreut – „er ist sehr engagiert und fachlich qualifiziert“ –, betonte aber auch, dass Siller es nicht leichter gehabt habe als alle anderen Bewerber. Aus 89 Kandidaten seien zehn einen ganzen Tag lang auf Herz und Nieren geprüft worden. Vier kamen in die zweite Runde und mussten sich einer erneuten Befragung stellen. Am Ende hatte der Stadtrat zwischen den zwei Besten zu entscheiden. „Das war harter Tobak“, sagte Siller nach seiner Wahl. Das von einem externen Moderator geleitete Auswahlverfahren habe es wirklich in sich gehabt.

Siller hat sein Mandat unmittelbar nach seiner Wahl niedergelegt. Der Stadtrat wird ihn am 1. Juni von seinem Amt entbinden und die Nachrückerin, Petra Ruffing, vereidigen. Ruffing war bei der Kommunalwahl auf Platz 7 der CSU-Liste platziert, hatte den Einzug in den Stadtrat aber um 26 Stimmen gleich 0,04 Prozent verfehlt.

Nachhaltig

Ziel der Arbeit des Forstamts ist „die nachhaltige, wertmäßig höchstmögliche Holzerzeugung mit möglichst hohen Waldreinerträgen unter gleichzeitiger Erhaltung und Verbesserung der Produktionskraft des Waldbodens und der Betriebssicherheit bei voller Wahrung der jeweiligen Vorrangfunktion der Waldflächen“ – dieses Ziel hatte der Stadtrat dem Referat vor geraumer Zeit gegeben. Zudem obliegt dem Forstbetrieb die Pflege der Bäume im Stadtbereich, auf Friedhöfen und in den Parkanlagen, sowie die Unterhaltung des Naherholungsgebiets Lechpark „Pössinger Au“.

Werner Lauff

Meistgelesene Artikel

Voreiliger Kahlschlag?

Landsberg – In Kaufering und Igling ist man verstimmt. Der Grund: Die beiden Kommunen sind im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von der Stadt …
Voreiliger Kahlschlag?

Die Landsberger und "ihr Snowdance"

Landsberg – Seit Tagen schon grassiert in der Lechstadt das Filmfieber. „Angesteckt“ haben sich die Fans des Snowdance Independent Filmfestivals …
Die Landsberger und "ihr Snowdance"

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Kommentare