Ein Mieter, der nicht zahlen kann

Der Gemeinderat hat der Gründung einer Privatschule im leerstehenden Schulgebäude in Walleshausen grundsätzlich zugestimmt. Allerdings ist noch immer nicht klar, wie die mietfreie Überlassung des Gebäudes rechtlich wasserdicht gemacht werden kann. Nur dann aber ist die Schulgründung möglich. Der Träger, das katholische Landschulheim Schloss Grunertshofen, hat unmissverständlich erklärt, dass er keinen einzigen Euro Miete zahlen kann.

Für die Mietausgaben würde der private Schulträger keine Refinanzierung erhalten, erklärte der Grunertshofener Direktor Ewald Wimmer kürzlich bei einer Infoveranstaltung in Walleshausen. „Wir brauchen von der Gemeinde die Zusage einer kostenlosen Überlassung.“ Genau das aber verbietet Artikel 75 der Bayerischen Gemeindeordnung. Sowohl die Verwaltung als auch einzelne Gemeinderäte bemühten sich intensiv darum, einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, erklärte Elisabeth Raymann von Loefen (CSU). „Nächste Woche ist die Lösung da“, versprach die Schulreferentin. Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) trug ein Schreiben der Geltendorfer Rektorin Maria Wegele vor, in dem diese sich kritisch zu der Neugründung äußert. Würden in Geltendorf die Schülerzahlen sinken, hieße das im schlimmsten Fall Verlust sämtlicher Förderstunden und Wahlkurse, womöglich sogar der Zweizügigkeit. Diese Ausführungen bezeichnete Raymann von Loefen als „Horrorszenario“. Die Stundenkontingente berechneten sich aus den Schülerzahlen im Landkreis, multipliziert mit einem Budgetfaktor, der sich ohnehin jedes Jahr ändere. Außerdem: „Wenn die Geltendorfer Schule tatsächlich in ihrem Bestand gefährdet wäre, würde Walleshausen gar nicht genehmigt werden.“ Die Entscheidung obliegt der Regierung von Oberbayern, wo bis zum 31. März der Antrag eingereicht werden muss. Der Gemeinderat beschloss nach längerer Debatte einstimmig, der Vergabe der Räumlichkeiten grundsätzlich zuzustimmen. Unter dem Strich würde die Schulgründung die Gemeindekasse entlasten. Den Gebäudeunterhalt würde der Träger übernehmen, und die Kosten für Schulbusse von Walleshausen nach Geltendorf würden wegfallen. Noch nicht geboren Inzwischen liegen für die geplante Schule bereits 14 Anmeldungen vor. Der Termin für die verbindliche Einschreibung ist der 8. März. Insgesamt haben bereits weit über 50 Familien mit jüngeren Kindern bekundet, ihre Sprösslinge in Walleshausen einschulen zu wollen, sogar eine Schwangere hat sich bereits auf der Interessentenliste eingetragen. Die private Schule bietet kleine Klassen mit etwa 18 Kindern, zusätzlich zur Lehrkraft eine weitere Betreuerin und somit eine intensive Förderung der Kinder, dazu verlässliche Unterrichtszeiten bis 13 Uhr. Wird die Schule genehmigt, dauert es fünf Jahre, bis sie vollständig staatlich anerkannt ist. Das bedeutet, dass die ersten Jahrgänge beim Wechsel aufs Gymnasium eine Aufnahmeprüfung machen müssen.

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