Die Linie steht

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Ganz oben auf der Prioritätenliste des Schulentwicklungsplanes stehen die Beruflichen Schulen. Dort ist der Bedarf am akutesten. 

Landkreis – Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes kommt jedes Jahr auf die Kreisräte zu. Rund 62 Millionen Euro stehen auf diesem Plan des Landkreises bis 2022. Die geplante Reihenfolge der Maßnahmen steht seit dem Sommer fest, nachdem sich die Kreisausschuss-Mitglieder in mehreren Besichtigungen selbst ein Bild vom Zustand der Schulen gemacht haben – trotzdem kam es zu einer Grundsatzdiskussion.

Der „Fahrplan“ für 2017 steht: Oben auf der Liste stehen die Beruflichen Schulen, dort ist der Bedarf am akutesten. Weder unter pädagogischen, noch energetischen und vor allem sicherheitsrelevanten Gesichtspunkten entsprechen Teile des dortigen Altbestands den heutigen Anforderungen. Auch bei der Lechturnhalle soll im nächsten Jahr einiges passieren. Nach diesen beiden Projekten ist das Schulzentrum mit den Außensportanlagen an der Reihe. Maßnahmen am Ignaz-Kögler-Gymnasium räumte der Kreisaus­schuss die aktuell geringste Priorität ein und verschob diese deshalb um ein Jahr nach hinten auf 2019. Für all diese Maßnahmen stehen im Jahr 2017 rund 9,5 Millionen Euro im Plan.

Ganz andere Probleme könnten auf den Landkreis im Hinblick auf das Ammersee-Gymnasium zukommen. Die Staatsregierung hat beschlossen, dass Gymnasien ab dem Schuljahr 2018/2019 eigenständig entscheiden, ob das Abitur in acht oder neun Jahren abgelegt wird oder auch beide Wege angeboten werden. Das ASG wurde aber von Anfang an als G8 gebaut. „Falls sich das ändern sollte, werden wir Probleme bekommen“, sagte Kim Leppert von der Schulverwaltung. „Die wir nicht gleich lösen können“, ergänzte Landrat Thomas Eichinger.

Henne und Ei

„Der Schulentwicklungsplan bildet die räumlichen sowie baulichen (Sanierungs-)Bedarfe jeder Schule in Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises ab“, heißt es in der Drucksache zur jüngsten Kreisausschusssitzung. Darüber aber einen Beschluss zu fassen, damit hatte Renate Standfest (GAL) ein grundlegendes Problem: „Die Summe von 62 Millionen bis 2022 erscheint mir nicht leistbar.“ Deshalb wollte sie der Beschlussvorlage auch nicht zustimmen, sondern sie lediglich zur Kenntnis nehmen. Ihr schloss sich Alexander Herrmann (GAL) an.

Für Landrat Thomas Eichinger aber eher ein „Henne-Ei-Problem“. Schließlich handele es sich beim Schulentwicklungsplan nicht um eine verbindliche Planung, sondern um einen mittelfristigen Überblick. Und solch ein Überblick stelle schließlich die Grundlage für Finanz- und Haushaltsplan dar. Was die Höhe der Summe betrifft, hatte auch Wilhelm Böhm (CSU) so seine Probleme. „Aber durch den Schulentwicklungsplan haben wir eine Linie“, so Böhm. Für 2017 könne er mitgehen, den Rest müsse man von Jahr zu Jahr neu entscheiden. So stimmte das Gremium dem Schulentwicklungsplan 2016 mit 10:2 Stimmen zu. Der Plan bildet somit die Grundlage für den Haushalt 2017 sowie die Finanzplanung bis 2020.

Astrid Neumann

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