Millionen fürs Klinikum Landsberg – Sanierung wird teurer als geplant

Die Sanierung des Klinikums wird teurer als gedacht. Auf ihrer letzten Sitzung im alten Jahr haben Kreisausschuss und -tag eine Kostensteigerung von 13,8 auf jetzt 14,7 Millionen Euro gebilligt. Der Landkreisanteil erhöht sich damit von zehn auf 10,5 Millionen Euro. Grund für die Mehrkosten ist die gestiegene Auslastung des Klinikums, die zusätzliche Baumaßnahmen erforderlich macht.

In den Jahren 2004 bis 2007 haben die stationären Behandlungen am Klinikum Landsberg um über 700 Fälle zugenommen, darunter vor allem die Betreuung Schwerkranker. Die Auslastung der Intensivstation stieg auf knapp 80 Prozent, die Beatmungszeiten steigerten sich um sage und schreibe 74 Prozent auf 7700 Stunden. Dies ist laut Klinikum Ausdruck einer gesteigerten Behandlungsintensität und einer Konzentration auf Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Atmungsorganen. Nur acht Intensivbetten Allerdings hat die Intensivstation derzeit nur acht Betten. Bei der jetzigen Auslastung sei eine permanente Aufnahmebereitschaft nicht immer gegeben, warnt man im Klinikum. Als zentrale Aufnahmestelle für interne und externe Notfälle sei damit die Erfüllung des Versorgungsauftrags gefährdet. Deshalb möchte man die Intensivstation vergrößern. Dazukommen soll der bisherige OP-Aufwachraum, der so umgebaut wird, dass die permanente Überwachung von Patienten gewährleistet ist. Damit können die zusätzlichen Leistungen erbracht und die Aufnahmebereitschaft der Intensivstation sichergestellt werden. Der Aufwachraum soll in die Räume des Labors verlegt werden, das wiederum in den Holzpavillon umziehen wird. Dieser ist im Klinikgarten direkt an das Krankenhaus angegliedert. Damit würde gleichzei- tig der Platzmangel im jetzigen Aufwachraum beseitigt, dessen Kapazitäten in der Vergangenheit häufig überlastet waren. Die Zahl der Operationen hat in den Jahren 2004 bis 2007 um insgesamt 609 Fälle zugenommen. An den gestiegenen Kosten für die Baumaßnahmen beteiligt sich das Klinikum mit rund 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommen staatliche Förderungen von rund sechs Millionen Euro. Der Landkreishaushalt soll mit maximal 4,5 Millionen Euro belastet werden. Baustatische Risiken Weitere Mehrkosten fallen bei der Errichtung der Schmerzambulanz und der Sanierung des Personalhauses V an. Um die Schmerzambulanz einzurichten, wurde das Personalhaus aufgestockt. Während der Bauausführung stellte sich heraus, dass in den unteren Stockwerken des Gebäudes Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mussten, um „baustatische Risiken“ zu vermeiden. Diese Arbeiten wären mittelfristig ohnehin angefallen, wie die Klinikumleitung betont. Sie aufzuschieben hätte bedeutet, auch die Errichtung der Schmerzambulanz aufzuschieben und die bereits zugesagte Förderung zu verlieren. Die Schmerzambulanz existiert seit einem Jahr und bietet chronisch kranken Schmerzpatienten Hilfe an. Sie sei bereits in diesem ersten Jahr voll angenommen worden, berichtet das Klinikum. Die Gesamtkosten waren ursprünglich mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Sie betragen jetzt 2,6 Millionen Euro, wobei das Klinikum einen Anteil von 75000 Euro selbst trägt und der Staat Fördermittel von rund 800000 Euro zur Verfügung stellt. Die Steigerung des Landkreisanteils von 1,1 auf 2,5 Millionen Euro wurde von den Kreisgremien einstimmig gebilligt.

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