Seehofer im Kloster St. Ottilien

"Das ist ja ein Weltkonzern hier!"

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Der neue Erzabt Wolfgang Öxler (links) führte Ministerpräsident Horst Seehofer über das Klostergelände von St. Ottilien. Dabei kamen auch die jüngst entstandenen Graffiti auf den Gebäuden zur Sprache. Pater Cyrill Schäfer (rechts) erklärte ihre Bedeutung.

St. Ottilien – Die Verstimmungen zwischen Horst Seehofer und seinem Kabinett gelten als beigelegt, doch zum Kokettieren taugt das Thema allemal. Bei seinem Besuch in St. Ottilien machte der Ministerpräsident in Cellerar Josef Götz „einen guten Finanzminister“ aus. 

Später bescheinigte Seehofer den Missionsbene­diktinern: „Jeder einzelne Mönch, den ich hier getroffen habe, könnte im bayerischen Kabinett sein.“ Er meine das nicht despektierlich gegenüber den amtierenden Ministern, fügte Seehofer schnell hinzu.

Es war Seehofers erster Besuch in der Erzabtei, von der er sich gebührend beeindruckt zeigte. Auf die Teilnahme am Mittagsgebet folgte ein Rundgang durch die verschiedenen klerikalen und wirtschaftlichen Bereiche des Klosterdorfs. Sakristei, Bibliothek, Kuhstall, Energiezentrale – „das ist ja ein Weltkonzern hier“, staunte der Ministerpräsident.

Beim Gespräch mit Vertretern von Landkreis, Landwirtschaft und Schule kamen die Schwierigkeiten kirchlicher Schulen beim Aufziehen von Ganztagsangeboten zur Sprache. Wie Michael Häußinger, Leiter des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums, kritisierte, fehlen den 43 katholischen Gymnasien in Bayern erhebliche Mittel, während die staatlichen Schulen Förderung vom Freistaat erhalten. „Wenn ich für acht Klassen gebundene Ganztagsangebote schaffen soll, kostet das ungefähr 750000 Euro“, rechnete Häußinger vor. Seehofern war die Problematik offenbar neu, er wolle das Thema aufgreifen.

Auch Kritik am achtjährigen Gymnasium nahm der Ministerpräsident zur Kenntnis. Aus dem G9 habe man junge Erwachsene entlassen, heute entlasse man Kinder, so Bruder Josef Götz. Ulrike Osman

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