"Mit Mühe" zu schaffen – Edeka-Logistikzentrum: "Sehr harte Richtschnur" beim Lärmschutz

Eine weitere Vertiefung der Thematik Edeka hat in der Diskussion zwischen den Experten und dem Marktgemeinderat stattgefunden. Dabei wurden unter anderem noch einmal die Arbeitsplatzbeschaffung, Lärmschutz sowie der zu erwartende Verkehr und auch städtebauliche Aspekte beleuchtet.

Laut Regierungsbaumeister Eberhard von Angerer liege aus städtebaulicher Sicht keine Bedenken gegen die Errichtung des Zentrallagers vor. Zumal im Regionalplan nach den neuesten Planungen (Flächenreduzierung von 25 auf 19 Hektar) auch ein Grünstreifen zwischen Landsberg und Kaufering erhalten bliebe. Zudem würde sich der Komplex in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Biomasseheizkraftwerk gut einbinden lassen. Aus seiner Sicht sei es realistisch, dass die Planung auf den Weg gebracht werden kann. Mit Blick auf den Lärmschutz verfolge man hier „eine sehr harte Richtschnur“, da die Grenzwerte in diesem Areal nahezu ausgeschöpft seien und strenge Vorgaben beständen, betonte Lärmschutzgutachter Dr. Thomas Hils. Dennoch ist er der Meinung, dass mit Hilfe von rund sieben Meter hohen Lärmschutzwällen an der B17alt, kurzer An- und Abfahrtswege auf dem Gelände sowie einer neuen Gebäudestruktur die Probleme gelöst werden könnten: „Wir bekommen es mit Mühe hin!“ Bezüglich der „Schaffung von Arbeitsplätzen“ betonte Gabriele Triebel (GAL), dass durch die Schließung der beiden Edeka-Lager in Penzing und Betzigau, hier arbeiten 210 Mitarbeiter, letztlich in Kaufering nur 90 echte neue Stellen geschaffen würden. Laut Edeka-Geschäftsführer Folker Schaafberg wurden jedoch nur rund 20 Prozent der alten Belegschaft die Arbeitsstelle wechseln, dies hätte die Erfahrung gezeigt. Thomas Salzberger (SPD) wollte indes wissen, wie sich die Arbeitsplätze aufteilen. Dazu Schaafberg: „Die 300 Festanstellungen teilen sich in 100 Kraftfahrer sowie 200 Lagerarbeiter und administrative Tätigkeiten aus. Dazu zählen auch IT-Gruppen, Mechatroniker.“ Der Hauptteil bestehe aber aus Kommissionier. Hinzu kämen noch 30 bis 40 Teilzeitkräfte, die auf 400 Euro-Basis arbeiten würden. Auf die Bedenken Triebels, Edeka würde Ausstiegsklauseln in den Vertrag mit der Marktgemeinde einbauen, entgegnete Edeka-Prokurist Alois Eder: „Wenn gewisse Dinge im Verfahren auftauchen, die das Projekt gefährden, müssen wir uns Möglichkeiten offenhalten.“ Als Beispiel nannte er mögliche Lärmschutzmaßnahmen, dessen Umsetzung sich letztlich als nicht mehr wirtschaftlich und rentabel für das Unternehmen darstellen ließen. Aber auch die Marktgemeinde kann im Rahmen eines Durchführungsvertrages bei Bedarf die Notbremse ziehen. Mit anderen Worten: Das Projekt kann letztlich bis zum Genehmigungsverfahren beiderseitig gestoppt werden. Letztlich entschied sich der Gemeinderat mit einer 14:6-Mehrheit für die Edeka-Ansiedlung. Meinrad Mayrock (CSU) durfte nicht abstimmen, da er in Grundstückangelegenheiten involviert ist.

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