Reinekes Kinder im Garten

Rotzfrecher Besuch im Fuchstal

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Erst einer, dann zwei (Foto) und jetzt schon drei: Seit Mitte Mai bekommt die Familie Winter täglich zweimal Besuch von hungrigen Jungfüchsen, die mittlerweile die Scheu von Mensch und Haustier verloren haben.

Fuchstal – Wenn, dann kommt so was eben im Fuchstal vor, das seinem Namen damit alle Ehre macht! Mitten im Dorf – nur gut 100 Meter vom Rathaus entfernt – finden sich im Garten des Ehepaars Winter jeden Tag drei Rangen (Jungfüchse) zum Fressen ein. Einmal in der Frühe und einmal, bevor es dunkel wird. Seit Mitte Mai geht das so. Erst war es ein Jungfuchs, dann waren es zwei, seit wenigen Tagen sind es drei. Das Muttertier, die Fähe, war im Mai nur einmal da. Sie machte einen ausgehungerten Eindruck und war damals vom Fressnapf nicht wegzubringen.

Bernhard Winter und seine Frau Bärbel sind „hin und weg“ ob der tierischen Vorkommnisse. Das Ehepaar hat schon mit einem Jäger gesprochen, der den Wurf (meist sind es sechs bis acht Junge) auf März bis April datiert. Die Tiere mit schönem Fell sind also mindestens zwei Monate alt. Es wird davon ausgegangen, dass die Mutter ihre Rangen früh verlassen hat und diese sich seitdem allein durchschlagen müssen.

Wenn der Fuchs zu Besuch ins Fuchstal kommt

Wo sich der Fuchsbau befindet, ist unklar. Bernhard Winter glaubte zunächst daran, dass er irgendwo auf dem 3.000 Quadratmeter großen Nachbargrundstück ist, wo ein nicht mehr bewohnter Bauernhof und mehrere Schuppen mit Holzlegen stehen. Doch trotz intensiver Suche hat er nichts gefunden.

„Die sind alle drei rotzfrech“, erzählen Bärbel und Bernhard Winter über die Rangen, die sich auch streicheln lassen, keine Scheu mehr kennen und das anfängliche leichte Zubeißen bei den Hauseigentümern abgelegt haben. Inzwischen steht für jeden Fuchs eine eigene Schale bereit. Die wird mit Katzenfutter gefüllt. Davon braucht man im Hause Winter eh viel. Denn im und um das Anwesen herum sind auch noch fünf Katzen, die meist zugelaufen sind und sich nun dort wohlfühlen.

Bernhard Winter (68) und seine Frau Bärbel sind vor neun Jahren von München nach Leeder gezogen, wo sie im ehemaligen Fichtl-Anwesen an der Hauptstraße wohnen. Den Unterschied zwischen Großstadt und Dorf haben sie schon bisher intensiv empfunden, zumal in ihrem Garten beziehungsweise auf dem unbewohnten Nachbargrundstück Katzen, Igel, Eichhörnchen und Vögel sich wohlfühlen. Aber dass sich da sogar junge Füchse blicken lassen, haben sie sich bis vor kurzem selbst nicht vorstellen können.

Die nächsten Wochen werden die Rangen noch mit Katzenfutter versorgt. Zudem sollen sie im Garten die Schnecken fressen. Doch in der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August sollten die Jungtiere sich in die Fuchstaler Wälder und Felder zurückziehen, hat sich das Ehepaar Winter vom Jäger sagen lassen, der bei Leeder sein Revier hat.

Von seinen Jungfüchsen hat Bernhard Winter einen Videoclip gedreht und an Bürgermeister Erwin Karg geschickt und dem KREISBOTEN zur Verfügung gestellt. Zu sehen ist er auf unserer Facebook-Seite. Karg führte den Clip am Donnerstagabend am Schluss der öffentlichen Sitzung im Gemeinderat vor, wobei in einem Kameraschwenk sogar eine Katze und zwei Füchse in wenigen Metern Abstand links und rechts eines Blumenstocks zu sehen waren.

Die Zuschauer verabschiedete Karg danach mit der Bemerkung, das sei doch bestes Kino. Einen kleinen Obolus dafür könnten sie ja draußen vor dem Sitzungssaal in eine Schale werfen, meinte Karg. Der Bürgermeister ist halt ein schlauer Fuchs, wenn’s darum geht, Einnahmen zu generieren.

Johannes Jais

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