Die Mobilität gilt es zu verbessern

Die Mobilität der Zukunft ist Thema des Frühjahrsempfangs gewesen, zu dem der Informationskreis der Wirtschaft (IdW) in der vergangenen Woche Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen im Landkreis ins Historische Rathaus lud. Vor rund 120 führenden Köpfen aus Kommunalpolitik und Wirtschaft, sozialen Einrichtungen, Schulen, Kultur, Kirchen Landwirtschaft und Sport sprachen Landrat Walter Eichner und Andreas Scheuer, CSU-Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium.

Der IdW als Zusammenschluss von rund 30 Unternehmen aus der Region thematisiert bei seinen Veranstaltungen in der Hauptsache Wirtschaftsfragen, ohne sie jedoch isoliert zu betrachten. Denn zur Lebensqualität in einer Region gehört nicht nur das Arbeitsplatzangebot, sondern auch das persönliche Umfeld inklusive Kinderbetreuung, Schul- und Ausbildungslandschaft, medizinischer Versorgung und Kultur. Ebenso wichtig sind Verkehrsanbindung und -infrastruktur. „Mobilität ist unabdingbar für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort“, so IdW-Sprecher Klaus Schmalholz. „Aber mit Blick auf Treibstoffpreise und Umweltbelastung stoßen wir an unsere Grenzen.“ Wie also soll es weitergehen? Alternative Antriebe Auf jeden Fall solle die Mobilität der Zukunft nicht von Verzicht gekennzeichnet sein, betonte Staatssekretär Scheuer. Auch dürfe sie nicht zur sozialen Frage werden. „Wir brauchen endlich Fahrzeuge mit alternativen Antrieben“, forderte der niederbayerische CSU-Abgeordnete und warf der deutschen Autoindustrie mangelnde Experimentierfreudigkeit vor. „In diesem Bereich hinken wir hinterher.“ Damit sich das ändert, fördert das Bundesverkehrsministerium die Entwicklung von Elektro- und anderen alternativen Antrieben aktuell mit zwei Milliarden Euro. Derzeit gebe es in der Bundesrepublik acht Modellregionen zum Thema Elektromobilität. „Der Markteintritt dieser Technik wird auch ein großer Schritt zur CO2-Reduzierung sein.“ Beim Güterverkehr auf der Straße rechne man allerdings in den nächsten Jahren mit einer Zunahme von 70 Prozent, vor allem auf den Ost-West-Verbindungen. „Das wird zu Beengungen auf den Autobahnen führen“, sagte Scheuer voraus. Um dem Anstieg Rechnung zu tragen, seien rund 8000 neue Lkw-Stellplätze bis 2012 sowie weiterer Straßenausbau geplant. An zweiter Stelle Gut sehen die Aussichten speziell für den Landkreis Landsberg aus, so die Einschätzung von Landrat Walter Eichner. Ein Bevölkerungsanstieg von mindestens 10000 Menschen bis zum Jahr 2025 lässt die Lech-Ammersee-Region dynamisch weiterwachsen und bringt der Wirtschaft auch zusätzliche Kunden. „In Prozenten ausgedrückt liegen wir mit unserem Bevölkerungswachstum bayernweit an zweiter Stelle“, so Eichner. Als Mitinitiator und Teil der Europäischen Metropolregion München (EMM) rede der Landkreis Landsberg bei wichtigen Zukunfsfragen mit. Ganz oben auf Eichners Wunschliste steht die Einbindung der Region in den MVV. Ein weiteres Verkehrsthema der nächsten Jahre werde die Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau sein. Scheuer dazu: „Die Entscheidung dafür ist schon längst gefallen, und die Realisierung wird auch kommen.“ Damit wäre eine weitere maßgebliche Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur erreicht, von der auch der Landkreis profitiert.

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