Mounted Games-Alpencup: Sporen sind tabu

Der Slalomritt ist immer eine Herausforderung bei den Mounted Games, so auch am Samstag in Unterdießen. Foto: Privat

Sie sind spannender als Dressur, lustiger als Springen und interessanter als Polo: Mounted Games, die aus England stammenden Reiterspiele, bei denen es um Schnelligkeit, Mut, Geschicklichkeit und Teamgeist geht. Auf der Insel gehören Mounted Games ganz selbstverständlich zum Reitunterricht, in Norddeutschland sind sie bereits weitverbreiteter Turniersport. Seit einigen Jahren erwacht auch im Freistaat das Interesse an den berittenen Teamwettkämpfen. Am kommenden Samstag findet in Unterdießen zum ersten Mal im Landkreis ein Mounted-Games-Turnier statt.

Ausgerichtet wird die Veranstaltung von der Ponyreitschule Lillemor, die gleich drei eigene Teams an den Start schickt. Weitere Mannschaften werden aus ganz Ober- und Niederbayern erwartet. Ein Team besteht aus fünf Reitern, von denen jeweils vier in einem Spiel starten. 24 unterschiedliche Mounted-Games-Spiele gibt es, die nach internationalen Regeln ausgetragen werden. „Ursprünglich ging es bei den Spielen darum, Kavalleriesoldaten und ihre Pferde in Friedenszeiten fit zu halten“, erklärt Lillemor-Chefin Ilona Foris. Ent­- sprechend sind die Aufgaben gestaltet: Da müssen aus dem Sattel Gegenstände vom Boden aufgehoben, transportiert, akkurat abgesetzt oder an einen anderen Reiter übergeben werden. Da wird Slalom geritten, aus dem Sattel gesprungen und im Laufen wieder aufgesessen. In den einzelnen Qualifikations- und Finalrunden reiten bis zu vier Teams gegeneinander. Den Zuschauern bietet sich auf diese Weise einiges an Nervenkitzel. Denn jeder Reiter muss seinen Durchgang fehlerfrei absolvieren – oder so lange korrigieren, bis die Aufgabe geschafft ist. Misslingt ein Hand­- griff oder zeigt ein Pony plötzlich Nerven, kann sich der Spielstand blitzschnell umkehren. Regelverstöße werden sofort geahndet – die Mannschaft erhält für das betreffende Spiel null Punkte. Sporen und Gerten sind bei Mounted Games tabu, vielmehr wird auf ein möglichst müheloses, vertrauensvolles Zusam­men­spiel von Pferd und Reiter Wert gelegt. „Das Pony ist unser Partner, nicht unser Sportgerät“, erklärt der Leipziger Schiedsrichter Mathias Leutert. Entsprechend groß ist der Übungsaufwand für die Teilnehmer. Neben dem reiterlichen Geschick müssen auch Kraft, Koordination und Kondition trainiert werden. In Bayern sind Mounted Games ein noch junger Sport, erst 2004 fand in Königsbrunn das erste Ranglistenturnier statt. Seit 2005 veranstaltet der Voltigier- und Mounted Games Verein (VMV) Loisachtal jeden Sommer ein Trainings-Camp für Anfänger und Fortgeschrittene. „Das ist praktisch die Wiege der bayerischen Mountie-Reiter“, erklärt VMV-Vorstandsmitglied Milena Vorsteher. Ihr Verein war es auch, der im vergangenen Jahr den Alpen-Cup ins Leben rief, eine Serie von fünf jährlichen Turnieren, auf denen die inzwischen rund zehn bayerischen Mannschaften ihre Kräfte messen. Erstmals ist nun Unterdießen Austragungsort für ein Turnier des Alpen-Cups. Los geht es in der Ponyreitschule Lillemor (Bahnhofstr. 45) am Samstag um 10 Uhr mit der ersten von zwei Qualifikationsrunden. Die Finalwettkämpfe beginnen um 15. Der Eintritt ist frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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