Mit "Verweilcharakter"

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Das Tosbecken, in dem wegen der gefährlichen Wasserwalze nicht gebadet werden darf, soll um ein Planschbecken erweitert werden. Der Mühlbach wird dadurch „erlebbar“ gemacht.

Dießen – Es hat ein bisschen gedauert, doch nun scheint es doch noch zu klappen, der Mühlbach soll erlebbar werden. An das strömungsreiche Tosbecken in der Mühlstraße wird ein Planschbecken angebaut. Dazu stellten Architekt Klaus Immich und Tiefbauingenieur Volker Wittke in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses insgesamt drei ähnliche Planungen vor. Für sämtliche Planungsvarianten, so Bürgermeister Herbert Kirsch, habe die kommunale Versicherung der Gemeinde Versicherungsschutz zugesagt.

Variante 1 von Klaus Immich kam bei den Ausschussmitgliedern am besten an. Demnach soll der neue Zugang zum Mühlbach nach dem Umbau aus einer zirka sechs Meter breiten Rampe bestehen, die ungefähr 3,50 Meter südlich der Mühlstraße beginnt und bis zum Rand des Tosbeckens reicht. Die Mauer, die den derzeitigen Beckenrand umgibt wird soweit zurückgebaut, dass sie zirka 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen wird. Das kniehohe Wasser ist über drei 15 Zentimeter hohe Stufen zu erreichen, die mit einem mittigen Geländer gesichert werden. Es entsteht ein etwa sechs Meter langer bogenförmiger Flachwasserbereich, der zum Planschen einladen soll. „Im flachen Wasser können auch Kinder gefahrlos spielen“, betonte Immich.

Damit niemand in das nach wie vor bestehende Tosbecken fällt, soll ein Geländer aus Edelstahl auf dem halbrunden Beckenrand das Planschbecken vom Tosbecken trennen. Entlang der obersten Sitzstufe wird es eine Schwelle geben, die kleine Dreiradfahrer, Radler oder Kinderwägen rechtzeitig stoppt. Das Geländer der Ingeborgbrücke, die unmittelbar unterhalb des Tosbeckens über den Mühlbach führt, soll außerdem bis zur obersten Treppenstufe verlängert werden, damit Fußgänger nicht versehentlich ins Wasser stolpern.

„Die erste Variante sieht schön aus“, betonte Susanne Plesch (CSU). Parteikollege Edgar Maginot fügte hinzu, dass er sich bewegtes Wasser im Planschbecken durchaus vorstellen könne. Eine Fusion von Variante 1 und 3 schlug Petra Sander (Grüne) vor: „Ich wünsche mir eine Stufenbreite von 80 Zentimetern wie sie Herr Wittke in seinem Entwurf vorsieht. Das ist bequemer zum Sitzen und hat mehr Verweilcharakter“. Immich hatte ursprünglich eine Stufenbreite von 30 Zentimetern vorgesehen. „Wie sichern wir das Becken im Winter?“, fragte Michael Behrendt (UBV). Denkbar sei seiner Ansicht nach eine Holzabdeckung, meinte Vize-Bürgermeister Peter Fastl (FW). Marc Schlüpmann (Grüne) mahnte an, vor einer endgültigen Entscheidung die Planung auch im derzeitigen Bürgerbeteiligungsprozess zur Ausgestaltung der Mühlstraße vorzustellen.

Die Kosten für den Umbau des Tosbeckens kann sich nach Einschätzung von Bürgermeister Kirsch auf bis zu 100.000 Euro belaufen. Im nächsten Schritt soll nun die Detailplanung folgen.

Ursula Nagl

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