Das Mühlrad zum Auftanz – Lechgau-Trachtenjugend traf sich in Reichling

Wenn im Zelt die Musik spielt, auf der Bühne Tänze oder Schuhplattler gezeigt werden und draußen ständig die Schiffschaukel in Betrieb ist, dann ist das ein typisches Trachtenfest. In Reichling war es trotzdem etwas anders, denn die Akteure bei diesem 41. Lechgau-Ju- gendtag waren fast ausschließlich Kinder.

Im Rahmen des Bezirksmusikfestes in Reichling (der KREISBOTE berichtete) haben die „Wurzbergler“ Trachtler Christi Himmelfahrt für sich reserviert und ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Auf dem Wurzberg mit einem Ausblick über das Lechtal wurde der Festgottesdienst zu einem ganz besonderen Erlebnis für die rund 500 Trachtler mit ihren Vereinsfahnen aus dem gesamten Lechgau sowie zahlreichen Gästen. Die Predigt von Pfarrer Michael Vogg war bei dieser Kulisse mit den engen Lechschleifen, zahlreichen Kirchtürmen und im Hintergrund die Alpenkette sehr nachhaltig. Da zeigte sich denn auch Landrat Walter Eichner begeistert von den Eindrücken auf einem der höchsten Punkte im Landkreis Landsberg. Nach einem kleinen Festakt konnte Reichlings Trachtenvorstand Benedikt Schmid nahtlos in den Gaujugendtag übergehen und dazu über 400 Kinder mit zahlreichen Betreuern, Eltern und Zuschauern im großen Festzelt begrüßen. Die „Hütten-Musik“, eine Tanzlmusik aus den umliegenden Ortschaften, wurde schon beim großen Auftanz gefordert, denn bei so vielen kleinen Tanzpaaren auf der Bühne reichte ein Marsch längst nicht aus. Als Gastgeber durfte die Reichlinger Trachtenjugend das Programm mit dem Mühlrad eröffnen. Bauernmadl, Laubentanz, Sternpolka oder Dätscher wurden von den 17 Jugendgruppen gezeigt und dazwischen erheiterte ein frecher Peitinger Bub mit seinem Mundartge- dicht vom „Bieß“ (Gebiss). Seit Bestehen des überregionalen Wertungsplattelns um den „Bayerischen Löwen“ ist dieser Pokal in den Händen der Lechgau-Jugend. So ist es zum festen Bestandteil des Gaujugendtages geworden, dass Gerhard Ruhstorfer vom Isargau kommt, um den Porzelanlöwen wieder mitzunehmen. Als die letztjährige Siegergruppe aus Hohenfurch nach der Ehrung ihren schneidigen Plattler zeigte, waren nicht nur zahlreiche staunende Kinderaugen auf die Jugendlichen gerichtet, auch die erwachsenen Zuschauer zollten begeistert Beifall. Die Gaujugendleiter Martin Probst und Birgit Nöß waren bemüht, das Programm möglichst straff zu halten, denn schließlich sollte den Kindern hinterher noch genügend Zeit für den vorbereiteten Spiele-Parcours bleiben.

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