"Wo Müll und Ratten sind" – Was passiert mit Landsbergs Schandfleck?

Die städtischen Baracken an der Jahnstraße sind der Bürgeraktion Landsberg (BAL) ein Dorn im Auge. "Die Situation an dieser Stelle hat inzwischen eine Form angenommen, die so nicht mehr tragbar ist", heißt es in einem Schreiben von BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky. „Nach Angaben von Nachbarn sind Müll und Ratten hier zu Hause.“ Die Zustände seinen den Anliegern und auch den Bewohnern selbst nicht mehr zuzumuten, und die Stadt, „die sich einiges an Luxus leistet", dürfe hier nicht wegschauen.

Ein großer Haufen Sperrmüll, der sich im Bereich zwischen den Baracken und dem Altöttinger Weiher angesammelt hatte, sei zwar inzwischen entfernt worden. "Aber nicht vollständig", moniert Skobrinsky. „Das lädt geradezu dazu ein, hier weiteren Müll abzuladen." Er plädiert dafür, die Baracken zu entfernen und die Bewohner über das Stadtgebiet zu verteilen, um eine Ghettobildung zu vermeiden. Die Lage und der Zustand der Baracken würde erst recht zur Verwahrlosung der Bewohner führen. Die Unterkünfte stammen zum größten Teil noch aus den 30er Jahren. 16 Zwei-Zimmer- und eine Drei-Zimmer-Baracke stehen zur Verfügung, dazu ein Duschcontainer und Gemeinschaftstoiletten. „Das ist einfachster Standard“, wie Oberbürgermeister Ingo Lehmann einräumt. Allerdings sind die Baracken auch nur als vorübergehende Notlösung gedacht – für Menschen, die nach einer Zwangsräumung kein Dach mehr über dem Kopf haben und nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können. Die Stadt als Obdachlosenbehörde ist verpflichtet, für solche Fälle Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. „Dass die Baracken abgerissen werden sollen, ist leicht gesagt“, so Lehmann. Einen anderen, geeigneten Standort zu finden, ist schon schwieriger. Immerhin müsse dieser so zentral gelegen sein, dass die Bewohner Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichen können. Die Stadt werde im Laufe des neuen Jahres Lösungsvorschläge machen, kündigt Oberbürgermeister Lehmann an. Man sei im Gespräch mit der Regierung von Oberbayern, um entsprechende Fördermittel zu bekommen.

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