"Im Kot ist es schön warm!"

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Landkreis – Ausgerechnet der Sohn und die Witwe eines ehemaligen Bundeslandwirtschaftssministers müssen sich wegen Tierquälerei vor dem Landsberger Amtsgericht verantworten. Dem 54-jährigen Landwirt und seiner 89-jährigen Mutter wird vorgeworfen, mindestens 15 Kühe ihres Milchvieh- und Mutterkuhbetriebs im südlichen Landkreis Landsberg unzureichend ernährt zu haben.

Die Tiere seien abgemagert und verdreckt gewesen. Mehr noch: sieben Kühe sollen aufgrund der schlechten Haltung sogar verendet sein. 

Im vergangenen Jahr führte das Veterinäramt Kontrollen des landwirtschaftlichen Betriebes im Lechrain durch. Die Tiere hatten laut Zeugenaussagen keine trockenen Liegeflächen gehabt und seien tief in ihrem eigenen Mist gestanden. Insgesamt machte der Hof offenbar einen desolaten Eindruck. „Überall lag Schrott und Müll“, schilderte ein Polizeibeamter vor Gericht. 

Die beiden Angeklagten boten verschiedene Erklärungen für den Zustand ihrer Kühe an. Es gebe in der Gemeinde Probleme mit dem Trinkwasser. Es sei mit Bakterien verunreinigt und immer wieder gechlort worden. Dadurch hätten die Kühe ihr Futter nicht ausreichend verwerten können. Und: Eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit habe sie geschwächt, auch ihre Ohrmarken könnten zu Erkrankungen geführt haben. Auf die Wasserproblematik habe er die Behörden immer wieder hingewiesen, behauptete der 54-Jährige. „Dieses Wasser ist hochgradig kriminell, aber das wird vertuscht.“ Wie der Mann jedoch selbst einräumen musste, erwiesen sich verschiedene Wasserproben als unbelastet. 

Zur Verschmutzung der Tiere erklärte die 89-jährige Angeklagte voller Überzeugung, es mache Kühen nichts aus, im eigenen Kot zu liegen. „Das ist ja schön warm.“ 

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Ulrike Osman

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