Zu viel bestellt?

Pflastersteine für fast 60000 Euro "übrig"

+
Mehr als 140 Paletten mit Natursteinen lagern derzeit noch im Frauenwald – das reicht für weitere 400 Quadratmeter Pflaster.

Landsberg – Da reibt sich der aufmerksame Schwammerlsucher aber zweimal die Augen: Hinter einer gut zwei Meter hohen, mit Stacheldraht bewehrten Absperrung der städtischen „Zwischenlagerfläche“ im Frauenwald reiht sich Palette an Palette – mindestens 140 an der Zahl und jede davon bestückt mit 100 oder 50 Natursteinen für den Hauptplatzumbau.

Eben diese Umbaumaßnahme im Grunde fertig, lediglich Restarbeiten stehen bis nächste Woche noch an. Zu viel bestellt? Der KREISBOTE hakt nach.

Das gesamte Aufmaß für die Bepflasterung des Hauptplatzes liege zwar noch nicht vor, sagt Tiefbauamtschef Hans Huttenloher, doch insgesamt dürfte in etwa ein Fläche von 9000 Quadratmeter verlegt worden sein. Die Ausschreibung für die Lieferung des Natursteines, der letztlich aus China kam, bezog sich neben 250 Quadratmeter Platten und 650 Meter Formsteinen noch auf 8000 Quadratmeter Pflastersteine.

Dabei sei mit einer „gewissen Mehrmenge“ kalkuliert worden, für Transportschäden ebenso wie für den „Verschnitt“ beim Einbau. Huttenloher betont in diesem Zusammenhang, dass man für Nachlieferungen etwa drei Monate hätte warten müssen.

Wo Natursteine im Wert von fast 60000 Euro gelagert sind, bedarf es durchaus besonderer Schutzmaßnahmen.

Irgendwie aber scheint die Rechnung nicht ganz aufzugehen. Mit den Steinen aus dem Frauenwald ließen sich, das bestätigt Pressesprecher Andreas Létang, noch gut 400 Quadratmeter verlegen. Und das entspricht der von Huttenloher genannten „Mehrmenge“, die kurz vor dem Abschluss der Arbeiten eigentlich zur Neige gehen müsste. 

Nein, es sei nicht zu viel bestellt worden, beteuert Huttenloher auf Nachfrage, die 140 Paletten Natursteine „werden für Unterhaltszwecke eingelagert.“ Geht man von 1,27 Millionen Euro Kaufpreis (Létang) für das gesamte Pflaster aus, so liegen im Frauenwald Natursteine im Wert von fast 60000 Euro. Damit wiederum wären Zaun, Stacheldraht und die „Warnung vor dem Hunde!“ zu rechtfertigen.

Grünen-Stadtrat Henrik Lüßmann indes erinnert sich angesichts der außergewöhnlichen „Mehrmenge“ an eine Debatte im Arbeitskreis Hauptplatz, dem er selbst angehört. Im Herbst 2012 sei dort sehr kontrovers um die Umgestaltung der Herzog-Ernst-Straße diskutiert worden. Diese Maßnahme habe man im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zwar zurückgestellt, so Lüßmann, allerdings habe die Bauverwaltung damals signalisiert, die Steine dafür bereits mitbestellt zu haben.

Toni Schwaiger

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Landsberg – Mal eben den Rasen mähen oder kurz zum Arzt fahren – kein Problem für die Meisten. Alleinstehende oder Senioren stoßen jedoch mit diesen …
"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Landsberg – Er ist zweifellos der vielseitigste aber auch streitbarste Schauspieler und Filmemacher Deutschlands: Til Schweiger. Mit rund 50 …
Gewinnspiel: Tschiller und die Keinohrhasen

Kommentare