Nach dem Rekord die Niederlage

Da hilft auch das Klammer nichts: Peter Klemm hat im Heimspiel gegen den EV Bad Wörishofen gerade die Scheibe zum 2:1 in die Maschen gesetzt. Foto: Krivec

Dass es die Riverkings irgendwann erwischen würde, war klar – dass sie die erste Saisonniederlage ausgerechnet in Trostberg kassieren würden, nicht. Mit 6:8 (1:0, 1:5, 4:3) unterlag man beim Tabellenzwölften, wobei man zwischenzeitlich die Ordnung verlor. Am Freitag hatte der HCL gegen den EV Bad Wörishofen nach einem Kraftakt im letzten Drittel vor 501 Zuschauern (erneuter Zuschauerrekord) noch mit 4:2 (0:0, 2:2, 2:0) die Oberhand behalten.

Die Reise ins Land zwischen Wasserburg und Salzburg stand am Sonntag von Anfang an unter keinem guten Stern. Möhle, Guggenmos und Spring fehlten aus unterschiedlichen Gründen schon vor der Partie, von den Junioren stand nur Weis zur Verfügung. Beim Einlaufen verletzte sich dann auch noch Endres am Oberschenkel und musste passen. Verteidiger Florian Knöferl war ebenfalls nicht dabei, er klagte kurz vor der Abfahrt über heftige Brustschmerzen und Atembeschwerden und verbrachte den Abend nicht im Trostberger Freiluftstadion, sondern im Landsberger Krankenhaus. Seine verbliebenen Mannschaftskollegen (nur noch 14 Feldspieler) legten bei den Chiefs zwar das 1:0 durch Augst vor und hatten bei vier Alleingängen die Möglichkeit, das Ergebnis nach oben zu schrauben, gingen danach aber nicht mehr mit dem nötigen Ernst zur Sache. „Offenbar hat bei einigen Spielern nach den Erfolgen die ernsthafte Einstellung zum Gegner gefehlt“, meinte HCL-Vorstandsmitglied Olaf Benirschke. Dementsprechend rappelte es im zweiten Drittel ein ums andere Mal hinter Michael Falkenberger. Erneut Augst brachte die Riverkings zwar auf 2:4 heran, doch nach einer Doppelstrafe gegen Hanemann und einem anschließenden Wechselfehler (der HCL stand nur zu dritt auf dem Eis) erhöhten die Gastgeber auf 2:5 – und es kam noch schlimmer. Im Schlussabschnitt machten die Riverkings weiter haarsträubende Fehler im eigenen Drittel und waren schnell 2:7 hinten. In dieser Phase konnten sie sich bei Keeper Falkenberger bedanken, dass der Rückstand nicht noch deutlich höher ausfiel. Die Aufholjagd folgte dann viel zu spät, erst in den letzten vier Minuten kam man noch von 3:8 auf 6:8 heran. Wachgerüttelt Am Freitag hatte man das Ruder vor erneut gut gefüllten Rängen dagegen noch herumreißen können. Zwar gab es auch gegen Bad Wörishofen zur Spielmitte sowohl im Defensivverhalten als auch im Spiel­aufbau immer wieder Schwierigkeiten, der Gegner wurde danach allerdings auch nur bei seinen wenigen Kontermöglichkeiten gefährlich. Die angesichts der zahlreichen Landsberger Chancen verdiente zweimalige Führung hatte jeweils nicht lange gehalten: Dem Abstauber-Tor durch Geuß zum 1:0 (23.) folgte genauso schnell der Ausgleich wie dem 2:1 durch Klemm (32.), als Wörishofens Goalie Nick nach einem Schuss von Speckamp die Hand nicht rechtzeitig auf die Scheibe gebracht hatte. Als angesichts des zerfahrenen Spielverlaufs schon viel auf ein Unentschieden hinzudeuten schien, rüttelte ausgerechnet das Schiedsrichterpaar die Riverkings acht Minuten vor dem Ende wach. Bastian Simmler wurde nach einem harmlosen Zweikampf auf die Strafbank geschickt und regte sich darüber derart auf, dass er mit weiteren zehn Minuten Disziplinarstrafe zum Duschen gehen konnte. Das stachelte die Gastgeber offensichtlich an, auch die Kulisse wurde nun richtig laut. Kaum war die Unterzahl überstanden, traf Kapitän Markus Haschka von der blauen Linie zum 3:2 (54.), nur 16 Sekunden später ließ sich Roland Hanemann über rechts nicht aufhalten und schloss trocken mit einem Flachschuss zum 4:2-Endstand ab. Den überraschenden Rückschlag in Trostberg können die Landsberger am kommenden Sonntag (18.45 Uhr) beim Auswärtsspiel in Bad Aibling wettmachen. Danach warten zwei echte Knüller in eigener Halle: Am Sonntag, 18. Dezember, (17 Uhr) kommt Tabellenführer Pfronten, am Freitag, 23. Dezember (20 Uhr), dann der ESC Kempten, der bislang nur zwei Punkte abgegeben hat, davon einen im Hinspiel gegen den HCL (5:5). HC Landsberg - EV Bad Wörishofen 4:2 (0:0, 2:2, 2:0). Tore: 1:0 (23.) Geuß (Wedl, Simmler), 1:1 Vacca (Hirschbolz), 2:1 (32.) Klemm (Speckamp), 2:2 (34.) Sirch (Mössmer), 3:2 (55.) Haschka (Geuß /+1), 4:2 (56.) Hanemann (Wedl). Zuschauer: 501. Strafen: Landsberg 6 + 10 für Simmler, Bad Wörishofen 4. TSV Trostberg - HC Landsberg 8:6 (0:1, 5:1, 3:4). Tore Landsberg: Augst (4), Geuß, Hanemann. Zuschauer: 266. Strafen: Trostberg 10, Landsberg 16 Minuten. Kein Beinbruch Landsberg – Ärgerlich, aber kein Beinbruch! So ordnet Riverkings-Kapitän Markus Haschka die Niederlage in Trostberg ein. „Lieber dort verlieren als gegen ein Team aus unserem direkten Tabellenumfeld“, meint er. „Denen helfen die zwei Punkte im Vergleich zu uns nicht viel, uns schaden sie nicht so sehr.“ Dem HCL kam zudem zugute, dass am Sonntag auch Pfronten Federn lassen musste. Der Tabellenführer unterlag Holzkirchen überraschend deutlich mit 3:7. Die Landsberger Niederlage in Trostberg war allerdings komplett überflüssig. „Wir waren natürlich dezimiert, Thomas Zeck und ich mussten in der Verteidigung Doppelschichten fahren, aber trotzdem hätten wir eigentlich früh hoch führen müssen“, so Haschka angesichts zahlreicher Chancen im ersten Drittel. Danach ging der Schuss aber deutlich nach hinten los. „Da haben wir richtig schlecht gespielt, da gibt's gar nichts zu diskutieren. Wir wollten nur schön spielen und Tore schießen und sind überhaupt nicht mehr zurückgekommen.“ Bei dem Bemühen, den Rückstand aufzuholen, ließen dann etliche HCL-Spieler im Offensivschwung endgültig jede Defensivarbeit vermissen. „Fünf Minuten vor Schluss sind wir dann plötzlich kompakt gestanden und haben einfaches Eishockey gespielt, da sind auch die Tore für uns gefallen. Das war bei dem Spielstand natürlich viel zu spät.“ Dennoch ist sich der 34-Jährige sicher, dass man sich nach den bisher gezeigten Leistungen unter den ersten vier Teams der Landesliga etablieren kann. „Geretsried als Fünfter hat schon zwölf Minuspunkte, ich hoffe nicht, dass wir noch auf so viele kommen.“ Nach der ersten Niederlage ist man allerdings vorläufig auf Rang drei der Landesliga Südwest hinter den ESC Kempten abgerutscht. Mit den Allgäuern hat der HCL ohnehin noch eine Rechnung offen. „Da haben wir damals 4:1 geführt und dann gerade noch einen Punkt mitgenommen“, so Haschka, „allerdings haben uns damals auch viele wichtige Spieler gefehlt, ich freue mich schon aufs Rückspiel.“

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