Nach der Sensation das Debakel

„Wir werden wieder Vollgas geben“, haben die Spieler des EVL 2000 nach vier Niederlagen hintereinander versprochen. Sie haben ihr Wort gehalten. Am Freitag beendete das Team von Marian Hurtig die Negativ-Serie und gewann beim Derby in Peiting mit 4:5. Zwei Tage später schien alles wieder vergessen. Zuhause blamierte sich die Mannschaft mit einer 6:12-Schlappe gegen den Tabellenletzten Füssen.

Auch gegen Peiting hatten die Landsberger zu Beginn richtig viel Mühe. Die „Elche“ bestimmten das Spiel und gingen verdient durch Manfred Eichberger mit 1:0 (4.) in Führung. Ein umstrittener Treffer – die Landsberger wollten ein Schlittschuhtor gesehen haben. Auch danach bestimmte die Truppe von Leos Sulak klar das Geschehen, doch EVL-Keeper Peter Holmgren präsentierte sich, obwohl er angeschlagen in die Partie ging, als starker Rückhalt. Seine Vorderleute dankten es ihm. Erst jagte Fabian Krull das Spielgerät in Überzahl von der Blauen in den gegnerischen Kasten (16.), dann schloss Alexander Thiel aus nächster Nähe zum 1:2 (18.) ab. Und Krull legte gleich noch einmal nach. Zehn Minuten waren im Mitteldrittel vorbei, da nahm der EVL-Verteidiger Maß und zimmerte die Hartgummischeibe erneut ins Tornetz – 1:3. Die Führung ging in Ordnung, zumal die Peitinger bei weitem nicht mehr so stark waren, wie noch in den ersten 20 Minuten. Trotzdem kamen die Hausherren wieder heran. Ausgerechnet der Ex-Landsberger Andreas Guggenmos stand in Überzahl goldrichtig und machte das 2:3 (32.). Als dann ECP-Toptorjäger Lubor Dibelka dann den Ausgleich machte (39.), schien das Spiel zu kippen. Doch hat auch der EVL in dieser Saison einen echten „Knipser“. 47 Sekunden nach dem 3:3 schnappte sich Markus Vaitl an der Seite die Scheibe, überlief einen Peitinger Verteidiger und drosch das Spielgerät kurz hinter der blauen Linie in den Torgiebel. Das letzte Drittel begann für den EVL alles andere als optimal. Nach nicht einmal zwei Minuten stand es 4:4 – wieder hatte Dibelka zugeschlagen. Aber die Freude der Hausherren dauerte nur 69 Sekunden. Bacek brachte mit einem genialen Zuspiel Alexander Thiel an die Scheibe und der Youngster im EVL-Sturm besorgte aus kurzer Distanz das 4:5. Danach war für Bacek Schluss. „Er hat schon seit der letzten Woche Probleme mit den Adduktoren und jetzt ging einfach nichts mehr bei ihm“, so Coach Hurtik. Obwohl den Landsbergern nur noch ein Kontingentspieler zur Verfügung stand, brachten sie den Vorsprung über die Runden. Nicht zuletzt mit einem starken Andreas Schmelcher, der Martin Hoffmann in der Verteidigung glänzend vertrat. Füssen wehrt sich Mit dem Sieg im Rücken schien ein Erfolg gegen den Oberliga-Letzten EV Füssen eigentlich nur Formsache. Allerdings wehrten sich die Allgäuer nach Kräften und gingen schnell in Führung. Einen Schuss von Christian Völk konnte Peter Holmgren nur abklatschen lassen, Eric Nadeau verwandelte den Abpraller zum 0:1 (3.). Die Gäste gaben nicht klein bei und Holmgren musste gleich zweimal gegen Mayr und Maaßen Kopf und Kragen riskieren. In der 9. Minute konnte er allerdings nichts machen. In Unterzahl waren seine Vorderleute zu weit aufgerückt, Maaßen fuhr schnell in die Landsberger Zone ein, legte quer und Tim Richter zimmerte den Puck direkt zum 0:2 in die Maschen. Nach einer tollen Kombination über Daniel Nörenberg und Alexander Thiel schaffte Fabian Krull zwar das 1:2 (15.), nach einem weiteren Schnitzer in der neutralen Zone und einem Konter der Füssener stellte Andrej Naumann den alten Abstand her. Schon zu diesem Zeitpunkt lief alles auf ein Debakel hin, zumal Tim Richter wenig später sogar noch den linken Pfosten traf. Quasi im Gegenzug machte der EVL noch mal ernst. Markus Vaitl tanzte das halbe Füssener Team aus, legte dann in die Mitte und Maximilian Waitl brauchte nur noch zum 2:3 einschieben. Auch nach der ersten Pause leistete sich der EVL 2000 längst vergessene Aussetzer. In der 26. Minute liefen sie in eigener Überzahl in einen Konter der Füssener. Eric Nadeau nahm einen Querpass dankend an und versenkte zum 2:4. Dank eines Doppelschlages in Überzahl kam der EVL aber wieder zurück. Derek Switzer (32.) und Veli-Antti Leinonen (33.) trafen jeweils von der blauen Linie. Sicherheit brachte das den Hausherren aber nicht. Immer wieder marschierten die Füssener nach Fehler der Landsberger auf Holmgren zu. Johannes Mayr (38.) und Michel Maaßen (40.) konnten den Deutsch-Schweden dann auch zum 4:6-Zwischenstand überwinden. Holmgren wurde zur Pause ausgewechselt, für ihn kam Alexander Reichelmeir. Und der hatte überhaupt keinen guten Stand. Der Youngster bekam gerade mal acht Schüsse auf seinen Kasten, sechs davon musste er passieren lassen drin. Auf Landsberger Seite traf Markus Vaitl in der 55. und 58. Minute zum 6:12-Endstand. Kommt neuer Spieler? Alle Beteiligten waren nach dem Spiel mehr als bedient, Trainer Hurtik sprach auf der Pressekonferenz von einem „Debakel“. EVL-Chef Hans-Jürgen Böttcher kündigte an, dass man sich nach „ein oder zwei neuen Spielern“ umsehen werde. Den nächsten Auftritt absolvieren die Landsberger erst wieder am kommenden Sonntag. Dann sollen die Passau Black Hawks kommen (17 Uhr). Ob das Spiel allerdings stattfinden kann, hängt daran, ob die finanziell schwer angeschlagenen Niederbayern überhaupt weitermachen können.

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