Nachbarschaftshilfe im Fokus

Die langjährige Seniorenbeiratsvorsitzende Lore Först (links) stieß mit ihrer Nachfolgerin Renate Wolff (Mitte) und OB Ingo Lehmann auf das 20-jährige Bestehen der Landsberger Seniorenvertretung an. Foto: Osman

Rund 5100 Lechstädter sind älter als 65 Jahre. Ihre Interessen vertritt der Seniorenbeirat, der einerseits als Bindeglied zu Stadtrat und Oberbürgermeister fungiert, andererseits kulturelle Veranstaltungen organisiert, einen Senioren-Ratgeber herausgibt und allgemein als Kommunikationsforum und Anlaufstelle für Rat und Hilfe dient. Kürzlich beging der Seniorenbeirat sein 20-Jähriges mit einer Feierstunde im Rosarium der Klosterkirche.

„Wir waren immer ein tolles Team“, sagte Lore Först, Vorsitzende von 1998 bis 2010, unter dem Beifall der rund 30 Anwesenden. Nachdem der Seniorenbeirat auf Beschluss des Stadtrats 1992 gegründet und seine Mitglieder zunächst von diesem bestimmt wurden, erlangte das Gremium wenige Jahre danach seine Unabhängigkeit. Die Beiräte werden seitdem auf einer eigenen Senio­- renbürgerversammlung für vier Jahre gewählt und vom Stadtrat nur noch bestätigt. Die Bandbreite der Projekte und Veranstaltungen für ältere Mitbürger ist stetig gewachsen. Dazu gehören der monatliche Seniorentanz im Bürgerbahnhof, leichte Wanderungen speziell für diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, und das Seniorenkino, das einmal im Monat einen aktuellen Film zu günstigen Preisen zeigt. Zum Programm gehören außerdem Konzerte, Vorträge, Ausflüge und Mehrtagesfahrten. Seit 2010 existiert das Projekt „Schüler helfen Senioren im Internet“, bei dem Jugendliche den Älteren einmal in der Woche den Umgang mit dem Computer und das Surfen im Web näherbringen. Außerdem legt der Seniorenbeirat den Finger auf alles, was älteren Menschen das tägliche Leben in der Stadt schwer macht: ungünstige Verkehrsverhältnisse, nicht geeignete bauliche Situationen und organisa- torische Schwachstellen. „Wir haben bei der Stadt immer ein offenes Ohr für unsere Belange gefunden“, lobte Först. Den Wunsch nach einer Freiwilligenbörse habe sie aufgeben müssen. „Ich habe festgestellt, dass so etwas auf ehrenamtlicher Basis kaum zu verwirklichen ist.“ Zum Geburtstag hat sich der Seniorenbeirat ein Logo und eine neue Internetseite geschenkt, auf der unter anderem das monatliche Programm veröffentlicht werden soll. Renate Wolff, seit zwei Jahren 1. Vorsitzende, will sich zudem verstärkt an zurückgezogen lebende Senioren wenden und Themen wie altersgerechtes Wohnen, Mobilität und Altersarmut mehr ins öffentliche Interesse rücken. Dass eine 75-Jährige zur Aufbesserung ihrer kargen Rente putzen gehen muss, dass gehbehinderte Senioren mit geringem Einkommen gezwungen seien, mit dem Taxi zum Einkaufen zu fahren, weil sie anders nicht zum Supermarkt kommen – das sind Phänomene,die Wolff beobachtet hat, „und das sind Themen, die verstärkt auf uns zukommen.“ Für solche und ähnliche Fälle würde Wolff gern eine Nachbarschaftshilfe ins Leben rufen. OB Ingo Lehmann würdigte die Arbeit des Seniorenbeirats, seine Kontinuität und die „organische Erneuerung“, die über die Jahre stattgefunden habe. Die Mitglieder des Beirats seien in verschiedenen Gruppen verankert und würden diese repräsentieren – eine wichtige Auf­- gabe, so Lehmann, denn auf diese Weise erhielten viele Menschen ein Sprachrohr, „die sich sonst vielleicht nicht äußern würden“. Den musikalischen Rahmen für die Feierstunde lieferte das Blockflötenensemble der Städtischen Sing- und Musikschule unter der Leitung von Susanna Ricchio.

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