Nachfolger gesucht – Jagdgenossenschaft Dießen sucht Pächter

Die Dießener Jagdgenossenschaft steht derzeit ohne Pächter da. Weil das Kreisverwaltungsreferat (KVR) München den Gemeinschaftspächtern die Jagdscheine entzogen hat, sind diese seit dem 1. April nicht mehr jagdpachtfähig. Ein ernsthafter neuer Pächter für das Revier Dießen I ist noch nicht in Sicht.

„Das kommt für uns zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, für die Jagdgenossenschaft ist das schlicht eine Katastrophe“, sagt Jagdvorsteher Hans Trieb. Seit sechs Jahren hatten die Münchener Pächter, Vater und Sohn, das Jagdrevier Dießen I am Ammersee inne, regulär beträgt die Laufzeit weitere drei Jahre. Für die Jagdgenossenschaft Dießen I völlig überraschend erfolgte zum Beginn des neuen Jagdjahres seitens der Pächter die Auflösung des Vertrages. Begründung: Aufgrund einer Regelüberprüfung seien beide Jagdscheine nicht mehr verlängert worden. Laut einem KVR-Sprecher liegt gegen beide Pächter eine Verurteilung von mehr als 60 Tagessätzen wegen einer vorsätzlichen Straftat vor. Die Jagdscheine werden in solchen Fällen entzogen, weil der Inhaber als unzuverlässig im Sinne des Waffengesetzes einzustufen ist. Trieb hat schon alle Hebel für die Neuverpachtung zum 1. Mai in Bewegung gesetzt: Zeitungsinserate, bei der Gemeinde und in Fachzeitschriften brachten bisher keinen Interessenten. Dabei ist das mehr als 900 Hektar große Niederwildrevier idyllisch am südlichen Ende des Ammersees gelegen. Die rund 400 beteiligten Jagdgenossen bangen nun, denn für die Vergabe von Jagden stehen die Zeiten laut Trieb nicht sehr gut. Bis ein neuer Pächter gefunden ist, ist Anton Wernseher, Landwirt aus St. Georgen, dem Landratsamt als beauftragter Jäger benannt worden.

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