Auf den Spuren des Universaltalents

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Viel Herzblut haben Projektleiterin Ingrid Fischer und ihre Schüler in ihre Audioguides rund um den Mutterturm gesteckt und das Ergebnis kommt auch gleich im Herkomerjahr 2014 zum Einsatz.

Landsberg – Für seine Vielseitigkeit ist Sir Hubert von Herkomer bekannt. Und vielseitig haben sich auch 13 Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums mit dem Universalkünstler beschäftigt: Sie haben einen Audioguide mit zwölf Hörstücken erstellt, die durch den Mutterturm führen und Exponate erklären.

Ingrid Fischer hatte zum Schuljahresbeginn 2012 das Projektseminar Geschichte unter dem Titel „Herkomeo“ angeboten. Das P-Seminar ist fester Bestandteil der Oberstufe und so fanden sich 13 IKGler zusammen, um zunächst Texte zu einigen Exponaten im Herkomermuseum zu verfassen. Als dann aber klar war, dass das Museum nicht rechtzeitig saniert sein wird, habe man das Projekt umorientieren müssen – so entstand die Idee zum Audioguide.

In Zusammenarbeit mit Museumsleiterin Sonia Fischer machten sich die Schüler ans Werk und begaben sich auf Spurensuche. Eine von Fischer erstellte Liste der Exponate diente als Grundlage und jeder Projektteilnehmer befasste sich mit einem Schwerpunktthema. Zudem haben sich weitere Herkomer-Experten für Interviews zur Verfügung gestellt und so gaben Ulf von Malberg (Herkomer-Konkurrenz), Hartfrid Neunzert (ehemaliger Leiter des Stadtmuseums), Claudia Sepp (Enkelin des Mutterturm-Baumeisters Franz Xaver Sepp), Werner Hemmrich (Historischer Verein) und Christoph Hartmann (Oboist, Berliner Philharmoniker) ihr Wissen weiter.

Amüsante Dialoge

Julia Rilling hat sich in ihrem Audioguide mit den Eltern Herkomers befasst, um dessen Lieblingstochter Gwenddydd geht es im Hörstück von Daniela Jochim. Gemeinsam erstellten Rilling und Jochim ein fiktives und amüsantes Stück über die drei Ehefrauen des Künstlers: sie wurden zum Leben erweckt und treffen sich, dabei entbrennt der Streit, welche der Frauen Herkomer am liebsten mochte.

Judit Müller befasste sich in zwei Audioguides mit der Porträtmalerei Herkomers und mit den sozialkritischen Aspekten einiger seiner Gemälde. Dass Herkomer auch als Grafiker arbeitete, stellte Antonia Brands in ihrem Stück heraus. Der Bau des Mutterturms wird im Hörstück, das Florian Paul verfasst hat, unter die Lupe genommen. Die Fensteraussichten im vierten Stock des Turms waren vom Architekten genau geplant – um sie geht es im Stück von Julia Drössler.

Einem Lieblingsthema Herkomers widmeten sich Dominik Stetter und Tobias Michal: In ihrem Stück geht es um die Herkomer-Konkurrenz, die erste Tourenwagen-Rallye, die es auch heute wieder gibt. In eine ganz andere Richtung verschlug es János Sack, denn er widmet sich dem Musiker und Komponisten Hubert von Herkomer. Für sein Schaffen erhielt der vielfach begabte Maler zahlreiche Auszeichnungen. Auf diese geht Michael Luppert in seinem Hörstück ein.

Ein ganz anderes Stück stammt aus der Feder von Lena Hermann, Steffi Jung und Nadine Rudolf. Ihr Audioguide ist ein Suchspiel für Kinder, das im Außenbereich des Mutterturms gespielt wird. Es dauert ungefähr 20 Minuten und soll gerade den jüngeren Museums-besuchern spielend Wissen vermitteln, erklären die drei Schülerinnen. 

Professionelle Arbeit

Nicht nur Lehrerin Ingrid Fischer und Museumsleiterin Sonia Fischer waren maßgeblich an der Entstehung der Audioguides beteiligt. Auch die Stiftung Zuhören in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk hat das Projekt gefördert. Die Seminarteilnehmer erhielten professionelle Anleitungen von Me-diencoach Mischa Drautz. „Die Erstellung von Audioguides muss gelernt sein und folgt ganz eigenen Regeln“, erklärt die Projektleiterin. Die Endproduktion fand schließlich in den professionellen Studios des BR statt und die Schüler sprachen ihre Texte selbst ein. 

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, betonte Sonia Fischer bei der Vorstellung des Projekts. Der Mutterturm sei im Herkomerjahr geöffnet, auch wenn das Museum saniert wird. „Der Audioguide geht also in Betrieb“, so die Museumsleiterin. Es sei eine nachhaltige Arbeit der Schüler, von denen auch das Herkomermuseum in den kommenden Jahren profitiert: „Eure Stimmen sind den Besuchern des Museums jetzt einige Jahre gegenwärtig“, so Fischer. Besucher des Herkomer-Anwesens können nun Audioguides ausleihen. Auch können Interessierte sich die Hörstücke mit der Smartphone-App des BR (www.br.de/audioguides) aufs Handy laden oder zuhause online anhören.

Janina Reich

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