Der nächste Überraschungssieg – EVL schlägt Leipzig mit 4:3

Wäre die Saison für den EV Landsberg 2000 erst am 26. Dezember gestartet – das Team wäre richtig dick im Geschäft um die Play-offs. Seit diesem Zeitpunkt gewann die Mannschaft 12 von 20 Spielen. Am Wochenende gelang dem EVL wieder ein Überraschungssieg – 4:3 nach Verlängerung hieß es am Ende gegen den Zweiten der Oberliga-Nord Blue Lions Leipzig. Allerdings musste man am Sonntag in Kaufbeuren (2:5) ohne Punkte nach Hause fahren.

Keine Frage, der EVL war am Freitag zuhause gegen Leipzig trotz der zuletzt guten Form nur Außenseiter. Noch vor einer Woche hatten die Sachsen den EC Peiting in eigener Halle mit 7:2 vom Eis geschossen. Doch dem EVL gelang ein Traumstart: 86 Sekunden waren vorbei, da schaffte Noah Katz nach einer Traumkombination über Markus Rohde und Paul Caponigri die 1:0-Führung. Gut eine Minute später fiel aber schon der Ausgleich. Markus Witting hatte abgezogen und Peter Holmgren beim 1:1 in der 3. Minute keine Chance gelassen. 15 Sekunden später dann noch ein Schock für die Hausherren. Tobias Orkan nagelte Dominik Nörenberg bei einem Check derart gegen die Bande, sodass der EVL-Verteidiger mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus musste. Für Orkan war das Spiel ebenfalls gelaufen, nachdem ihn Schiedsrichter Ulrich Hatz zum Duschen schickte. Dennoch sahen die Fans anschließend ein hochkarätiges Eishockey-Match. Beide Teams gingen ein hohes Tempo und hatten zahlreiche Torgelegenheiten. Vor allem die Landsberger zeigten ein enormes Laufpensum und wurden in der 12. Minute belohnt, als Jordie Preston in Überzahl zum 2:1 abschloss. Die Drittelführung hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn Alex White alleine vor dem Leipziger Tor getroffen hätte. So kam es dann zu einem denkwürdigen zweiten Drittel, wo vor allem das Schiedsrichtergespann auf sich aufmerksam machte. Zunächst nahmen aber die Blue Lions das Heft in die Hand und schafften in Überzahl durch Lars Hoffmann den 2:2-Ausgleich. Drei Minuten später schlug aber die Stunde von Lars Müller, der Paul Caponigri von hinten gegen den Kopf checkte und dafür folgerichtig von der Eisfläche verwiesen wurde. Die Landsberger Fans trauten aber ihren Augen kaum, als auch Verteidiger Clayton Barthel wegen eines angeblichen Stockschlags zum Duschen geschickt wurde. Ohne nun zwei Verteidiger hatte Daniel Bartell leichtes Spiel und brachte die Gäste kurz vor Drittelende noch mit 2:3 in der 38. Minute in Führung. Die EVL-Cracks bewiesen aber Charakter und kamen noch einmal in das Spiel zurück. Allen voran Tobias Kastenmeier, der sich kurz nach seiner Strafzeit die Scheibe schnappte und sie an Gästekeeper Sebastian Staudt zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich ins Gehäuse jagte (in der 43. Minute). Danach hatten die 527 Heimfans mehrfach den Torjubel auf den Lippen. Allerdings brachten es ihre Lieblinge bei insgesamt fünf Überzahlspielen nicht fertig, in der regulären Spielzeit für die Entscheidung zu sorgen. Schmelcher schießt Siegtor Allerdings dauerte die Verlängerung nur kurz. 13 Sekunden waren gerade vorbei, da lief Andreas Schmelcher auf der linken Seite über die blaue Linie zog einfach ab und der Puck zappelte zum 4:3-Endstand im Tornetz. Ein ähnlicher Erfolg wäre auch im Derby am Sonntag in Kaufbeuren drin gewesen. „Wir haben sehr gut mitgespielt, waren in den ersten beiden Dritteln ebenbürtig“, meinte EVL-Coach Franz-Xaver Ibelherr. Dass es am Ende aber 5:2 für den ESVK stand, hatte er der schlampigen Chancenverwertung seiner Mannschaft zu verdanken. Den besseren Start erwischte zweifelsohne aber Kaufbeuren. Gut vier Minuten waren vergangen, da nahm Robert Paule einen Steilpass von Bogdan Selea an und düpierte EVL-Goalie Peter Holmgren zum 1:0. Die Landsberger Mannschaft, die ohne vier Stammkräfte auskommen musste, zeigte sich aber keinesfalls geschockt. Rotzfrech fuhren sie etliche Konter auf das Tor der Hausherren. Ein Torerfolg gelang aber dennoch nicht, weil sie dabei vergaßen auf das Gehäuse von Leo Conti zu schießen. Das wurde im zweiten Abschnitt etwas besser – zumindest in der 26. Minute. Landsberg stand in Überzahl, Paul Caponigri bediente mit einem mustergültigen Pass Patrick Gruber und der Verteidiger verwandelte zum 1:1-Ausgleich. Ganze 23 Sekunden danach war die Freude allerdings schon wieder dahin. Erst kassierte Noah Katz eine völlig überflüssige Strafzeit und dann traf Rob McFeeters nach einem Abpraller auch noch zum 2:1. Da war die Partie aber noch nicht entschieden, weil Landsberg immer wieder gefährlich vor dem ESVK-Tor auftauchte, aber weiterhin zu unkonzentriert war. Wie es richtig gemacht wird zeigte Dominik Krabbat in der 38. Minute. Der Kaufbeurer wusste bei angezeigter Strafe gegen den EVL nicht, wohin mit der Scheibe, drosch sie irgendwie aufs Tor und plötzlich stand es 3:1. Das Spiel war damit entschieden, zumal sich Peter Holmgren kurz nach Beginn des dritten Drittels noch einen folgenschweren Lapsus leistete. Der Landsberger Goalie verlor hinter seinem eigenen Tor die Scheibe an McFeeters, der mit einem klugen Pass Jordan Webb bediente und der Ex-Landsberger brauchte zum 4:1 nur noch ins leere Tor zu schießen (in der 41. Minute). Zu allem Überfluss ließ sich Holmgren in eigener Überzahl auch noch einen Schuss von Kevin Saurette zum 5:1 durch die Hosenträger jagen (in der 51. Minute). "Nicht unzufrieden" Wenigstens Jordie Preston betrieb mit dem 5:2 in der 53. Minute noch ein wenig Ergebniskosmetik. „Schade, es wäre mehr möglich gewesen“, resümierte Franz-Xaver Ibelherr. „Wir sind aber trotzdem nicht unzufrieden“. Am kommenden Wochenende trifft er mit seiner Truppe zunächst auf die Hannover Indians – am Freitag, um 20 Uhr. Dann geht es am Sonntagnachmittag zu den Eisbären Berlin Juniors.

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