Milan bremst Windkraft aus

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Das Thaininger Bürgerwindrad ist vom Tisch, die Gemeinde hat ihren Antrag zurückgezogen. Grund dafür ist der Horst eines Rotmilans in unmittelbarer Nähe.

Thaining – Wirklich überraschend war die Entscheidung des Thaininger Gemeinderats nicht, das Projekt Bürgerwind­rad aufzugeben. Denn naturschutzrechtlich gab es keine Chance auf Genehmigung, sagt Bürgermeister Leonhard Stork. Grund dafür ist der Horst eines Rotmilans, der sich in nur 700 Metern Entfernung vom geplanten Windrad-Standort befindet. „Schlecht für die Energiewende“ findet Stork, die Initiative „Gegenwind – Thaining schützen“, die sich im vergangenen Sommer gegründet hatte, begrüßt die Entscheidung der Naturschutzbehörde dagegen sehr.

Bereits vor Monaten hatte Bürgermeister Leonhard Stork es kommen sehen: „Es sieht so aus, als würde der Milan das Projekt gefährden“, so Stork noch im Februar. Dabei sah es zunächst nicht schlecht aus für das Thaininger Projekt, das vor fast fünf Jahren ins Leben gerufen wurde. Doch dann mussten die Pläne erst einmal gestoppt werden. Grund dafür war der Horst eines Rotmilans, der sich in nur 700 Metern Entfernung zum geplanten Standort befindet. Zum Schutz des Vogels dürfen Windkraftanlagen jedoch nicht näher als 1500 Meter an einen Horst heran gebaut werden. Die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern hatte daher eine negative Stellungnahme zu der geplanten Windkraftanlage abgegeben. In der Anlage sah die Behörde ein „signifikantes Tötungsrisiko“ und damit die Rotmilan-Population als gefährdet an.

Eine Hoffnung hatten die Befürworter des Windrades damals noch: Eine sogenannte Monitoring-Anlage. Diese ist mit mehreren Kameras ausgestattet und schaltet das Windrad ab, wenn sich Vögel nähern. Doch auch das überzeugte die Behörde nicht. „Das Projekt war somit nicht genehmigungsfähig und wir entschieden uns dafür den Antrag zurückzuziehen“, so Stork.

Die Initiative „Gegenwind – Thaining schützen“ hatte sich im vergangenen Sommer gegründet, um das Projekt, das innerhalb des 10 H-Abstandes westlich des Dorfes hätte verwirklicht werden sollen, zu verhindern. Diese Regelung, die besagt, dass der Abstand zwischen Windrad und der nächsten Bebauung mindestens zehnmal so groß sein muss wie die Höhe des Windrades – in diesem Fall 2000 Meter – hätte für Thaining aber keine Rolle gespielt. Denn diese gilt nur für Projekte, die nach dem Stichtag – dem 4. Februar 2014 – beantragt wurden.

Neben dem Vogelschutz – insgesamt gebe es laut Initiative im Umkreis des Windrad-Standortes 13 Horste von Rotmilan-Paaren – führten die Gegner auch an, das Landschaftsbild werde gestört. Vor allem das Ensemble hervorragender Baudenkmäler wie der Kirchen von Thaining, Vilgertshofen, Pflugdorf, Stadl und Issing werde durch das Windrad erheblich beeinträchtigt. Die investierte Zeit habe sich gelohnt, so Bernhard Krug von der Initiative: „Nun dürfen die Rotmilane weiterhin über Thaining kreisen.“

Astrid Erhard

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