Nein mit "Gschmäckle"

Werden die Kauferinger Schützen nun doch nicht im Jugendhaus „Oval“ untergebracht? Der Gemeinderat will erneut darüber abstimmen. Foto: Bauch

Wieder wurde es nichts mit dem Raumtausch rund um die Mittagsbetreuung (der KREISBOTE berichtete). Nach langen und teilweise zähen Vorberatungen schienen die Weichen endlich gestellt, die direkt Beteiligten sind sich ohnehin längst einig. Im Marktgemeinderat konnte man sich allerdings trotz einer hart erarbeiteten Empfehlung des Planungsausschusses erneut nicht zu einem Beschluss durchringen. Das wichtige Thema wurde ein weiteres Mal vertagt – diesmal auf die nächste Sitzung am 8. Februar.

„Die Argumente sind inzwischen alle ausgetauscht, denke ich“, versuchte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler rasch zur Beschlussfassung zu kommen. Daraus wurde allerdings nichts. Von ihrer Vorstellung, dass der zusätzliche Raumbedarf der Mittagsbetreuung besser über Container gedeckt werden könnte, hatten sich CSU, SPD und GAL zwar überraschend verabschiedet, brachten dafür jetzt aber mit fast identischen Worten eine völlig neue Variante ins Spiel. „Die Schützen wären auch am Sportzentrum gut aufgehoben“, meinte Thomas Salzberger (SPD). „Die Schützen müssen nicht zwingend ins Jugendhaus OVAL, da lässt sich sicher auch am Sportzentrum eine Lösung finden“, befand Gabriele Triebel (GAL). Und Meinrad Mayrock (CSU): „Sportvereine sollten auch am Sportzentrum angesiedelt werden, da lässt sich auch für die Schützen ein geeigneter Ort finden.“ Und weiter: „Es stimmt, der Ausschuss hat getagt, aber es ist ja nicht verboten, weiter über das Thema nachzudenken. Es wurden uns auch auf Nachfrage keine Kosten zum Beschlussvorschlag genannt, darauf warten wir immer noch.“ Bühler hatte für die neuerliche Debatte wenig Verständnis. „Ihr Nachdenken in allen Ehren, aber ein Gschmäckle hat das schon, wenn wir das Thema seit bald einem halben Jahr diskutieren und heute ein ganz neuer Vorschlag kommt. Ich sehe das als Verschiebetaktik.“ Ins gleiche Horn stieß Prof. Michael Kortstock (UBV): „Wofür halten wir Ausschusssitzungen, in denen nach ausführlicher Diskussion mit 7:2 eine Beschlussempfehlung gegeben wird, wenn das dann alles egal ist? Auch auf der Vorbesprechung der Tagesordnung gestern wurde eine Alternative mit keiner Silbe erwähnt. So kann man im Gemeinderat nicht zusammenarbeiten.“ Hans Koch (SPD) ärgerte vor allem das Zustandekommen der Beschlussalternative: „Ihr sagt, ihr könnt nach vier Monaten gemeinsamer Vorarbeit und Diskussion dem Beschluss nicht zustimmen, aber verlangt, dass wir eurem Vorschlag zustimmen, der euch vor gut einer Stunde eingefallen ist?“ fragte er in Richtung der Gegner. „Wir sind jetzt genau an dem Punkt, an dem es seit vier Monaten gekrankt hat“, entgegnete dem Gabriele Triebel. „Der Bürgermeister und die UBV haben nie zugelassen, dass ein Gegenvorschlag ernsthaft diskutiert und durchgerechnet wird.“ Koch brachte den Kompromissvorschlag ein: „Dann lassen wir die Gemeinde eben prüfen, ob ein Neubau des Schützenheimes am Sportzentrum überhaupt möglich ist und entscheiden dann auf dieser Basis beim nächsten Mal. Wir können doch jetzt nicht beschließen, dass die Schützen aus ihrem Heim raus müssen und ihnen das verweigern, womit sie seit Monaten geplant haben.“ Bühler selbst sieht wenig Chancen für den neuen Vorschlag. „Mit einem Anbau am OVAL geht die Rechnung finanziell auf, mit einem Neubau am Sportzentrum wird das wesentlich teurer. Ich sehe kein einziges Argument, was für diesen Vorschlag spricht.“ Dennoch ließ er über Kochs Antrag abstimmen. Mit vier Gegenstimmen aus drei Fraktionen (UBV, GAL, CSU) vertagte man sich erneut. Das dürfte vor allem die betroffenen Zuhörer und Vertreter geärgert haben. Zweimal waren sie in den Wochen zuvor bereits unverrichteter Dinge aus den Ratssitzungen nach Hause geschickt worden. Andere Debatten hatten sich so in die Länge gezogen, dass über den Tagesordnungspunkt nicht mehr abgestimmt werden konnte. Seitdem durften die Mittagsbetreuung, die Schützen, der VfL Kaufering und auch die Modelleisenbahner ihre Positionen teilweise bis zu viermal bei Rats- und Ausschusssitzungen wie bei Ortsbegehungen dem weitgehend gleichen Auditorium unverändert vortragen. Wie auch immer, am 8. Februar geht es in die nächste und vielleicht letzte Runde.

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