Neuanfang mit Mathias Neuner

Noch-OB Ingo Lehmann (SPD) gratuliert seinem Nachfolger Mathias Neuner (CSU, rechts) und dessen Ehefrau Renate zum Wahlsieg. Foto: Schwaiger

Nach 24 Jahren ist die Lechstadt wieder in der Hand der Christsozialen. Mit einem überaus knappen Vorsprung hat Mathias Neuner die OB-Stichwahl für sich entschieden. Auf den CSU-Kandidaten entfielen 51,38 Prozent oder 5493 der abgegebenen gültigen Stimmen, Grünen-Bewerber Ludwig Hartmann brachte es auf 48,62 Prozent; das sind 295 Kreuze weniger. Die Wahlbeteiligung betrug gerade mal 51,39 Prozent.

Wie schon beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen scharten sich Parteifreunde, Gönner und Unterstützer der beiden Kandidaten sowie Stadtratsmitglieder um den großen Monitor im Bürgerbüro. Unter ihnen auch Mathias Neuner mit Ehefrau Renate sowie seinen Eltern. Ludwig Hartmann blieb dem Showdown zunächst fern. Kurz nach 18 Uhr wollte man hautnah den Eingang der Wahlergebnisse aus den 21 Stimm- und den zwei Briefwahlbezirken miterleben. Recht schnell kristallisierte sich ein knapper Vorsprung für Neuner heraus, zu- nächst etwas mehr, dann um die zwei Prozent. Zu wenig jedenfalls, um vorzeitig zu jubeln. Gegen 18.30 Uhr waren bereits 21 Stimmbezirke eingegangen, eine weitere Viertelstunde sollte es dauern, bis auch die letzten beiden Ergebnisse auf dem Monitor erschienen. Spannung pur und dann, um 18.44 Uhr, endlich Gewissheit: Der neue Oberbürgermeister Landsbergs heißt Mathias Neuner. Jubel und Beifall von allen Seiten, erste Gratulationen. Der Sieger richtet erste Worte des Dankes an die „Versammlung“. Um 18.48 Uhr ist es an Wahlleiter und Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU), das Ergebnis offiziell zu verkünden und dem Nachfolger des abgewählten SPD-Oberbürgermeisters zu gratulieren. Ingo Lehmann selbst wird dies etwa zehn Minuten später tun – ohne großes Aufsehen. Gegenkandidat Ludwig Hartmann ist nun ebenfalls im Bürgerbüro, gibt erste Interviews und macht keinen Hehl daraus, „enttäuscht“ zu sein. Insgesamt habe er aber doch ein „Superergebnis“ eingefahren, schließlich stimmte fast jeder Zweite für Grün. Und weil bekanntlich zwei Herzen in seiner Brust schlagen, eines für die Kommunal- und eines für die Landespolitik, falle er nun nicht gerade in ein Loch. Dem entsprechend blicken die Grünen nach vorne, räumen Mathias Neuner die üblichen 100 Tage Schonfrist ein. Derweil könne man sich im Stadtrat auf die neue Situation einstellen, das Gespräch mit der SPD suchen und vor der Sommerpause in Klausur gehen. Voller Zuversicht blickt Ludwig Hartmann in Richtung Kommunalwahl 2014. Mit aller Kraft In den Augen des CSU-Kreisvorsitzenden Alex Dorow steht Mathias Neuner „für den Neuanfang, ohne deswegen Bewährtes über Bord zu werfen.“ Dieser Erfolg habe gezeigt, dass die CSU immer dann gewinne, wenn sie sich einig sei und zusammenstehe. Er sei für die gesamte Landkreis-CSU „Grund zur Freude und Ansporn für das politische Tagesgeschäft“. Das politische Geschäft steht für Neuner jetzt noch nicht im Vordergrund. Er und sein Team müssten sich nach den harten Wahlkampfwochen erst einmal regenerieren. Gleichwohl war der künftige OB am Tag nach dem Wahlsieg – die Feier fand im Bürgerbahnhof statt – früh auf den Beinen, knüpfte schon mal die ersten Kontakte in der Verwaltung. Er möchte keine Zeit verlieren, denn das Votum der Lechstädter sei eine Verpflichtung, der er mit aller Kraft nachkommen wolle. Erst legt Neuner noch eine Woche Osterurlaub mit der Familie ein, dann geht’s gleich ran an das ganz große Thema: den Hauptplatzumbau. Bange sei ihm da nicht, so der designierte Oberbürgermeister im Gespräch mit dem KREISBOTEN, zwei Tage lang müsse er sich mit den Details der Planung und der Abläufe befassen, „dann kenne ich die Baustelle auswendig.“ Allerdings: Wunder seien angesichts der gesteckten Rahmenbedingungen nicht zu erwarten.

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