Hirschvogel wächst weiter

Umsatz weltweit erstmals über 800 Millionen Euro

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Die Konzern-Geschäftsführung der Hirschvogel Holding GmbH hat gut Lachen. Das Geschäftsjahr 2013 war erfolgreich und die Aussichten für 2014 sind gut. Von links: Dr. Alfons Hätscher (Finanzen), Walter Pischel (Vorstand der Frank Hirschvogel-Stiftung), Dr. Thomas Brücher (Vertrieb, Entwicklung und Einkauf) und Frank M. Anisits (Produktion).

Denklingen – Pressekonferenzen bei Familienunternehmen sind eher selten. Bei der Denklinger Hirschvogel Automotive Group sieht man dies anders. Die seit 2012 agierende neue Geschäftsführung blickt „zufrieden“ auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurück, erstmals lag der Umsatz weltweit über 800 Millionen Euro.

Nach anfänglich schwachem Start in das Jahr 2013 habe sich der Automarkt in Deutschland und Europa stabilisiert. Darauf wies Geschäftsführer Dr. Thomas Brücher, bei Hirschvogel für Vertrieb, Entwicklung und Einkauf zuständig, zunächst hin. Bei den außereuropäischen Tochtergesellschaften verzeichnete die Hirschvogel Holding ebenfalls einen positiven Trend. Lediglich der indische Markt sei leicht rückläufig gewesen. Insgesamt wuchs der weltweite Umsatz im Jahr 2013 um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr und überschritt erstmals die 800-Millio­nen-Euro-Grenze. Die deutschen Werke waren mit über 80 Prozent am Umsatz bzw. mit knapp der Hälfte am Umsatzwachstum beteiligt.

Von der positiven Entwicklung profitierte auch das Stammwerk „Hirschvogel Umformtechnik GmbH“ in Denklingen. Mehr als 1800 Mitarbeiter fertigten im letzten Jahr 208000 Tonnen Schmiede- und Fließpressteile aus Stahl. Der für die Produktion zuständige Geschäftsführer Frank M. Anisits sieht den Standort Denklingen auch weiterhin gesichert. Gegenwärtig investiert das Unternehmen in eine neue rund 10000 Quadratmeter große Halle, die Anfang 2015 in den Produktionsprozess eingegliedert werden soll. Anisits betonte, die Erweiterung solle vor allem einer Optimierung der Prozessabläufe dienen, die bisher „quer über das Werksgelände verteilt waren“. Der Geschäftsführer schätzt, dass allein durch den Hallenbau im Laufe der nächsten Jahre rund 70 bis 80 neue Arbeitsplätze in Denklingen geschaffen werden.

Finanzchef Dr. Alfons Hätscher rechnet auch für das kommende Jahr aufgrund des hohen Lieferanteils von Premiumkunden mit einem Wachstum. Für ihn ist aber nicht das Wachstum alleine entscheidend. „Wir müssen profitabel wachsen“, erklärte der Finanzchef. Man werde 2014 weltweit investieren. In Indien soll sogar in diesem Jahr noch ein neues Werk gebaut werden, das laut Plan ebenfalls 2015 in Betrieb gehen wird. Die Hirschvogel Automotive Group soll, so die Zielsetzung, weiterhin ein Familienunternehmen und auch unabhängig bleiben.

In der technologischen Breite sei die Denklinger Firma „einzigartig aufgestellt“ und „in dieser Form“ sogar „konkurrenzlos“, befand Dr. Brücher. Er brachte es auf den Punkt: „Hirschvogel ist einzigartig“. In Deutschland würden die hochwertigen Produkte entwickelt und auch konstruiert, die dann später weltweit produziert werden. Es gehöre aber auch zur Firmenphilosophie, dass die in den ausländischen Standorten produzierten Autoteile auch dort zum Einsatz kämen und nicht nach Deutschland zurückgeliefert würden, betonte Frank M. Anisits.

Hirschvogel ist auch führend an der „Initiative Massivumformung Leichtbau“, einer Art Zusammenschluss der „Hirsch- vogels dieser Welt“, wie Brücher sich ausdrückte. Diese Initiative untersucht unter der Forderung der Emissionsreduzierung, wie man Autos leichter bauen kann. Je nach Komponenten könne man zwischen fünf und 30 Prozent des Gewichts einsparen. Die Vorschläge würden dann den Automobilherstellern präsentiert.

Über die vielschichtigen Aktivitäten der Frank Hirschvogel-Stiftung berichtete schließlich Vorstandsmitglied Walter Pischel. Die Stiftung fördert Schulen, kommunale Einrichtungen, Hochschulen und Universitäten. Alleine 22 Schulen in den Landkreisen um die Standorte der deutschen Hirschvogel-Werke stünden auf der Förderliste der Stiftung, betonte Pischel.

Siegfried Spörer

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