Wiedergefundenes Denkmal

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Für die Broschüre über das Rochlhaus haben sich unter anderen engagiert: Vorsitzende des Fördervereins Gabriele Klinger, Michael Förg, Johann Hinrichs, Kreisheimatpflegerin Dr. Heide Weißhaar-Kiem, Wolfgang Bauer, Vorsitzende des Heimatvereins Gertrud Toepfer, Alfred Sunder-Plassmann, Bürgermeister Leonhard Stork sowie Alfred Mastaller (v. links). 

Thaining – Dem ältesten Profangebäude Thainings – dem Rochlhaus – ist nun eine eigene Broschüre gewidmet. Mit Unterstützung unzähliger Helfer und Freiwilliger haben Kreisheimatpflegerin Dr. Heide Weißhaar-Kiem und Thainings Bürgermeister Leonhard Stork gemeinsam das 40 Seiten starke Heftchen herausgegeben, das sie in der vergangenen Woche vorstellten. Neben dieser Anerkennung kommt aber nun noch eine weitere auf das Gebäude zu.

Anfangs sei es ein vollgemülltes Haus gewesen, das man gar nicht betreten konnte, schildert Kreisheimatpflegerin Dr. Heide Weißhaar-Kiem. Mit anfangs meint sie wohl das Jahr 2003, als die Gemeinde Thaining das denkmalgeschützte Anwesen erworben hat. Zwischenzeitlich war das Gebäude sogar einsturzgefährdet. Im Sommer 2014 starteten dann die Sanierungsarbeiten, im vergangenen September konnte das Rochlhaus feierlich eröffnet werden. Mit der neuen Broschüre über das Rochlhaus, die nicht umsonst den Untertitel „Ein wiedergefundenes bäuerliches Doppelhaus“ trägt, wollen die Herausgeber Dr. Heide Weißhaar-Kiem und Leonhard Stork genau das: „Das Haus in seiner ganzen Fülle darstellen.“ Denn dass es sich tatsächlich um ein Doppelhaus handelt, das war lange Zeit unbekannt.

Nach den Sanierungsarbeiten zeigt es sich im Äußeren heute wieder im Zustand aus der Zeit etwa zwischen 1860 und 1890, beschreibt Wolfgang Bauer in der Broschüre. Ungefähr seit Ende des 18. Jahrhunderts führten die beiden zusammengebauten Häuser die Hausnummern 80 und 81. Ursprünglich entstanden die Gebäudeteile wohl kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges – also etwa um 1651. Damit ist das Rochlhaus das älteste weltliche Gebäude in Thaining und gehört außerdem zu den ältesten Gebäuden im ganzen Landkreis.

In der 40 Seiten starken Broschüre geht es um Erwerb, Hausgeschichte, Sanierung und Nutzung des Rochlhauses. Chronologisch wird die etwa 365 Jahre währende Geschichte des Hauses nachgezeichnet. Aber auch den umfangreichen Sanierungsarbeiten ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

„Eigentlich kam die Broschüre zu spät“, sagte Bürgermeister Leonhard Stork bei der Vorstellung, denn viele Besucher und Führungen hätten bereits ohne sie stattgefunden. 5000 Exem­plare liegen nun druckfrisch parat und sollen künftig für drei Euro pro Stück verkauft werden. Eine weitere kleine Broschüre zu den Wandmustern im Rochlhaus soll, laut Weißhaar-Kiem, in den nächsten Wochen außerdem entstehen. Und eine weitere Anerkennung verrät Bürgermeister Stork: Das Rochlhaus ist nun auch für standesamtliche Trauungen gewidmet. Die erste Eheschließung wird bereits am 9. Juli in dem Denkmal stattfinden.

Astrid Neumann

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