Mit dem Abi neue Felder bearbeiten

220 junge Leute sind in diesem Jahr in den Fachrichtungen Sozialwesen, Wirtschaft und Technik zur Abschlussprüfung der Fachoberschule (FOS) angetreten, 202 von ihnen mit Erfolg. Sie konnten am Freitag ihr Fachabiturzeugnis in Empfang neh­men. Angesichts der großen Zahl an Absolventen fand die Veranstaltung erstmals im Sportzentrum statt. Die wachsende Zahl der FOS-Schüler in Landsberg spiegelt eine gesamtbayerische Entwicklung wider und weist die FOS und auch die Berufsoberschule (BOS) als klare Erfolgsmodelle aus.

Rund 60000 FOS- und BOS-Schüler werde es im kommenden Schuljahr im Freistaat geben, erklärte Schulleiter Oswald Kurr, kaum weniger als an den Oberstufen der Gymnasien zu finden sind. Sie werden von rund 70000 Jugendlichen besucht. Dieses Verhältnis ist auch an den Hochschulen zu beobachten: 41 Prozent der Studenten kommen inzwischen nicht mehr über den klassischen Weg der allgemeinen Hochschulreife an die Universitäten, sondern über berufliche Oberschulen und somit den zweiten Bildungsweg. Verlangt wird in jedem Fall viel. „Mancher schmunzelt heute über das, was er früher als seine Belastungsgrenze empfunden hat“, so Kurr an die Adresse seiner ehemaligen Schützlinge. „Mit dem Abschluss eröffnen sich nun neue Felder, die zu bearbeiten sind.“ Er riet dazu, die freigewordene Zeit und Energie dazu zu nutzen, sich im sozialen, gesellschaftlichen oder politischen Bereich zu engagieren. Besonders glücklich ist Kurr über den im vergangenen Herbst eröffneten Anbau an der Schule, „ein supertolles Gebäude, das optimale Lern- und Lehr­voraussetzungen bietet“. Wertvolles Rüstzeug Als Vertreter der Kommunalpolitik überbrachte Grünen-Kreisrat Josef Lutzenberger, selbst ehemaliger Berufsschullehrer, die Glückwünsche des Landkreises. Für die Stadt sprach Bürgermeister Norbert Kreuzer, der als ehemaliger Rektor der Johann-Winklhofer-Realschule den letzten Schülerjahrgang vor sich hatte, den er in seiner aktiven Zeit an der Schule noch selbst miterlebt hatte. Die bayerische FOS habe als flexibles und zukunftsorientiertes Schulmodell einen guten Ruf, so Kreuzer. Die Absolventen hätten hier das Rüstzeug erhalten, selbstständig zu denken, sich zu informieren, abzuwägen und schließlich auch Mut zur Lücke zu haben. Die Sicht der Eltern stellte Elternbeiratsvorsitzender Elmar Hartmann dar. Während der zwei Jahre an der FOS „haben wir an unseren Kindern einen ungeheuren Reifungsprozess beobachtet, in dessen Verlauf schlummernde Fähigkeiten und Neigungen entdeckt wurden“. Mit dem Abschluss seien die Absolventen dem Ziel, erfolgreich auf eigenen Füßen zu stehen, ein Stück näher gekommen. Für die Zukunft riet Hartmann den jungen Leuten: „Entscheiden Sie mit dem Herzen, denn dort wohnt Mut. Im Verstand sind zu viele Zweifel.“ Zur Auszeichnung der erfolgreichsten Absolventen mit dem Bestenpreis der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Landsberg war deren Sprecher Klaus Schmalholz ins Sportzentrum gekommen. Er bescheinigte den Fachabiturienten, mit ihrem Abschluss eine solide Bildungsgrundlage erworben zu haben und damit „das beste Mittel gegen Krisen“. Fleiß, Ausdauer und Disziplin befähigten die FOS-Absolventen zu allen beruflichen Laufbahnen und Karrieren.

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