Die Neue Grippe im Landheim

Überall wird derzeit gehustet und geschnupft, ob in Schulen, Büros oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Verdacht, dass im Landheim Schondorf in den letzten Wochen mehrere Schüler und auch Lehrer an der Neuen Influenza erkrankt sein könnten, hat in Schondorf und Umgebung für Gesprächsstoff gesorgt. „Grund zur Sorge gibt es allerdings nicht“, meint Dr. Lorenz Schröfl, medizinischer Direktor des Sachgebietes Gesundheit und Prävention im Gesundheitsamt Landsberg.

Mehr als 25000 Fälle der neuen Grippe sind mittlerweile bundesweit registriert – Tendenz steigend. Rund 80 gesicherte Fälle gibt es derzeit im Landkreis Landsberg. „Damit liegen wir bundes- und bayernweit im Trend“, erklärt Schröfl auf Anfrage. Allerdings geht er von einer Dunkelziffer aus, die wesentlich höher liegt. Eine Häufung der Erkrankung habe es in den letzten Wochen auch in einigen Betrieben und Schulen gegeben, zu denen unter anderem auch das Landheim in Schondorf gehört. Die genaue Zahl der dort Erkrankten möchte der Mediziner jedoch ebenso wenig nennen wie Frederike Lenssen. „Wir haben versucht, erkrankte Kinder zu isolieren“, erklärte die stellvertretende Stiftungsleiterin im Gespräch mit dem KREISBOTEN. „Dann wurden sie getestet und wir konnten fast alle betroffenen Schüler nach Hause schicken.“ Kranke Kinder, die in der Schule bleiben mussten blieben isoliert. „Das ist natürlich hart“, bedauert die Pädagogin. Zum Höhepunkt der Grippe sollen etwa ein Drittel der Schüler krank gewesen sein. Grundsätzlich habe man sehr gut mit dem Schularzt und auch mit dem Gesundheitsamt zusammengearbeitet. Alle Vorsorge- und Hygienemaßnahmen seien gewissenhaft umgesetzt worden. Einige Kinder, freut sich die Lehrerin, hätten noch vor den Herbstferien auskuriert in die Schule zurückkehren können: „Wir hatten den Eindruck, dass die Neue Grippe harmloser verläuft als eine herkömmliche Influenza.“ Der Unterricht, so Lenssen, hätte für die gesunden Schüler bis zum letzten Schultag regulär aufrechterhalten werden können. Mit Beginn der Herbstferien war auch im Landheim erstmal Aufatmen angesagt. Auch Dr. Lorenz Schröfl hofft, dass Betroffene im ganzen Landkreis diesen Erholungszeitraum nutzen können um wieder gesund zu werden. Und nach den Ferien? Allerdings könne man nicht ausschließen, dass der Virus nach den Ferien erneut in die Schulen hineingetragen werde. Für ihn besteht „die große Frage“ darin, ob die Neue Grippe die saisonale Influenza ablösen wird. „Bislang gehen wir noch davon aus, dass Beides parallel laufen wird.“ Zur normalen Influenza liegen dem Gesundheitsamt allerdings noch keine Meldungen vor, während die Fallzahlen der Neuen Influenza kontinuierlich ansteigen. Trotzdem hält es Schröfl für wenig sinnvoll, Schulen zu schließen: „Dann müsste man das ganze öffentliche Leben verbieten.“ Bezüglich einer Impfung rät er zur Rücksprache mit dem Hausarzt: „Der kennt seine Patienten und weiß, bei wem eine Impfung angeraten ist.“ Grundsätzlich, so der Gesundheitsexperte, sei es ihm ein Anliegen, die „allgemeine Aufgeregtheit“ hinsichtlich der Neuen Grippe, die „bisher deutlich schwächer verlief als eine herkömmliche Influenza“ etwas herunterzuschrauben. An der herkömmlichen Influenza seien in Deutschland in den letzten Jahren jährlich zwischen 10000 bis 15000 Menschen verstorben. Die Neue Influenza hat bislang drei Menschen das Leben gekostet, die allerdings durch eine chronische Krankheit geschwächt waren. „Das ist sehr traurig. Aber die riesige Aufgeregtheit angesichts des bislang eher milden Krankheitsverlaufs der Neuen Grippe erscheint den Fachleuten gelegentlich als un- angemessen.“

Meistgelesene Artikel

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare