Neue Ideen fürs Neue Stadtmuseum

„Ein lebendiges Museum, das ist mein Anliegen!“, hat die Leiterin des Neuen Stadtmuseums, Dr. Margarete Meggle-Freund, beim Festakt zum 125. Geburtstag des Hauses erklärt. Einen Eindruck davon konnten sich die Festgäste, die am Sonntagabend ins Historische Rathaus gekommen waren, sogleich machen. Denn die Geschichte der Stadt und des Museums setzten fünf Schauspieler lebendig in Szene. Diese hatten am Nachmittag schon im Museum die Besucher (insgesamt rund 300) begeistert, so wie es von der Museumsleiterin und Nué Ammann, die getextet und gespielt hat, erdacht worden war.

Fragen an die Zukunft der Einrichtung hatte Oberbürgermeister Ingo Lehmann gestellt: Wie spricht man alle Gruppen der Bevölkerung an? Wie schafft man Barrierefreiheit? Und wie steht es mit der Wirtschaftlichkeit? Lehmann kritisierte auch, dass immer mehr städtische Projekte danach befragt würden, ob sie zwingend nötig seien. Er nannte als Beispiel den Lechsteg und forderte auf, diesem Trend Widerstand zu leisten. Mit der Bitte, den Museumsgedanken in Landsberg zu stärken, nicht zu schwächen, schloss er seine Rede. Dr. Meggle-Freund, mit der Neukonzeption des Hauses beauftragt, gab die Antworten, wo es hingehen soll. Ein Museumsdepot möchte sie einrichten. Dabei sollen die Ausstellungsstücke so aufbewahrt werden, dass sie bei Depotführungen zu bestaunen sind. Hier sei dann auch bessere Forschungsarbeit möglich, so Meggle-Freund. Geplant ist zudem eine Neuaufstellung der Dauerausstellung, bei dem das 20. Jahrhundert mehr Raum einnehmen soll. Großes Ziel ist es, das Museum besucherfreundlicher zu gestalten, um mehr Leute anzuziehen. Die Museumsleiterin wünscht sich weiterhin eine Neugestaltung des Eingangsbereiches. Die Kunstvermittlung wird zukünftig verstärkt betrieben: zum Beispiel durch mehr museumspädagogische Arbeit mit Kindern. Begleitprogramme wie Musik, Tanz oder Mode sollen Ausstellungen zugänglicher machen. „Das Museum kann so zu einen Ort der Begegnung werden“, so der Ausblick. „Von der keltischen Fibel (Gewandnadel) bis zum Foto einer jüdischen Familie sind im Museum Exponate aus rund 2000 Jahren zu finden“, verwies Meggle-Freund auf den umfangreichen Bestand. Werke von Hubert von Herkomer und der Künstlergruppe „Die Scholle“ bilden Schwerpunkte. Am Festabend kamen weitere Stücke hinzu, von jenen, die Anteil an der Entstehung und Entwicklung des Museums hatten und haben – dem Historischen Verein Landsberg und dem Freundeskreis der städtischen Museen Landsberg. Ingrid Lorenz, 2. Vorsitzendes des Historischen Vereins für Stadt und Kreis Landsberg, schenkte zwei Öl-Porträts der Schirm-Fabrikanten Burkhardt vom Hinteren Anger von 1840. Ruth Sobotta, 2. stellvertretende Landrätin und Vorsitzende der Museumsfreunde, überreichte das Bild einer barocken Standuhr vom Landsberger Uhrmacher Antoni Hartman aus dem Jahre 1735. Die Uhr soll mithilfe von Spenden angekauft werden. Klaus Münzer vom Historischen Verein nahm das Publikum mit in die Museumsvergangenheit in einem „kurzen Abrisses einer langen Geschichte“, wie er betonte. Wie diese, am 26. Oktober 1884, mit Dr. Johann Baptist Krallinger in der königlichen Realschule begann, zeigte die Schauspiel-Gruppe wiederum zum Schluss.

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